Offene Ganztagsschulen (OGS)

Offene Ganztagsschulen (OGS)

Die Offenen Ganztagsschulen (OGS) haben sich zu einem wichtigen Bildungs-, Betreuungs- und Förderangebot für Schülerinnen und Schüler in ganz Nordrhein-Westfalen entwickelt. Sie tragen dazu bei, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen.

Rund 80 Prozent der Träger von Offenen Ganztagsangeboten sind der Freien Wohlfahrtspflege angeschlossen. Zur Freien Wohlfahrtspflege gehören über 2.000 Offene Ganztagsschulen, in denen rund 200.000 Kinder betreut werden.

Im Erzbistum Köln gibt es derzeit 118 katholische OGS-Angebote in caritativer Trägerschaft.
Hier werden aktuell rund 10.000 Kinder begleitet, gefördert und betreut.

Was bietet die Offene Ganztagsschule? 

  • einen strukturierten Tagesablauf mit Mittagessen
  • Unterstützung bei der Erledigung von Hausaufgaben
  • zusätzliche Förderung bei Lernschwierigkeiten
  • Berücksichtigung und Förderung unterschiedlicher Begabungen
  • Heranführung an Freizeitaktivitäten
  • soziales Lernen
  • Verbesserung der Chancen für Migrantenkinder und Kinder aus sozial benachteiligten Familien

Meldungen zum Thema OGS

Offene Ganztagsschulen bieten ein umfassendes und ganzheitliches Bildungs-, Erziehungs-, Betreuungs- und Förderangebot für alle Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen. Zentral für das Gelingen eines qualitativ hochwertigen Angebotes an Offenen Ganztagsschulen ist die intensive Zusammenarbeit zwischen Schulen und Partnern aus der Kinder- und Jugendhilfe.

Trotz unterschiedlicher Ausgangslagen von Schule und Jugendhilfe verfolgen beide Systeme in Kooperation das gemeinsame Ziel, Bildung, Erziehung und Betreuung für junge Menschen zu organisieren, qualitativ gute Angebote zu entwickeln und individuelle Förderung sowie Inklusion zu ermöglichen.

Die Freie Wohlfahrtspflege begrüßt das Anliegen der Landesregierung, diese Kooperation auch zukünftig weiterzuführen und zu intensivieren. Mit rund 80% stellen Träger mit Anschluss an die freie Wohlfahrtspflege den weitaus größten Anteil an Organisationen und Institutionen, die sich für die Umsetzung und Gestaltung der außerunterrichtlichen Bereiche in der Offenen Ganztagschule in NRW (OGS) verantwortlich zeichnen. Die Arbeitsgemeinschaft der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege des Landes Nordrhein-Westfalen (LAG FW NRW) positioniert sich vor diesem Hintergrund mit den folgenden Standpunkten zur aktuellen Situation der OGS.

Doktor Hensel

„Es gibt nur eines, was auf Dauer teurer ist als Bildung: keine Bildung.“ Diese Worte des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy bringen es auf den Punkt. Unter fehlender Bildung leidet nicht nur der Mensch selbst. Auch eine Gesellschaft trägt schwer an den Konsequenzen und Folgekosten unzureichender Bildung.

Immer wichtiger in der Bildungskette junger Menschen ist die vor zwölf Jahren eingeführte Offene Ganztagsschule. Sie ist weder als reine Übermittagsbetreuung gedacht, noch als Fortsetzung des Unterrichts am Nachmittag. Für uns als Caritas ist sie ein ganzheitliches Begleiten junger Menschen in einer Lebensphase, in der sie besonders intensiv nach Orientierung suchen. 

Allein im Erzbistum Köln legen mehr als 200 Offene Ganztagsschulen in kirchlicher Trägerschaft ein deutliches Zeugnis dieses Engagements ab. Durch den voranschreitenden Ausbau der Ganztagsangebote verbringen Kinder mittlerweile einen Großteil ihres Tages in der Schule. Schule entwickelt sich zunehmend zur zentralen, die Kinder prägenden Lernwelt.

Hier machen sie abseits ihrer Rolle als Schülerinnen und Schüler Selbst- und Gemeinschaftserfahrungen, die sie für das Miteinander in der Gesellschaft stärken. Der Offene Ganztag dient nicht nur der reinen Betreuung. Er ist ein Ort des Lebens und des Lernens, somit ein Ort der ganzheitlichen Bildung. Dafür braucht es eine pädagogische Kultur, die die Kinder in ihren Lebensfragen nicht allein lässt – und die gibt es nicht zu Dumping-Preisen.

Die Qualität der Ganztagsschulen hängt aktuell maßgeblich von den freiwilligen Leistungen der einzelnen Städte und Kommunen ab. Große regionale Ungleichheiten mit Blick auf die Finanzierung, Standards und Strukturen sind die Folge. Das lässt sich auch durch die pauschale Erhöhung der kommunalen Pflichtanteile nicht ausgleichen. Das Land NRW ist gefordert, eine angemessene Finanzierungsgrundlage für Ganztagsschulen zu gewährleisten – unabhängig vom Finanzstatus der Kommunen und Städte. Nur so ist auch die Qualität landesweit vergleichbar, sodass alle Kinder eine ähnliche Förderung erhalten.

Eine ausreichende Grundfinanzierung ist jedoch nur die Basis. Für eine gute Offene Ganztagsschule ist es wichtig, dass die Ausstattung sach- und kindgemäß ist und dass die Räumlichkeiten an die Bedürfnisse der Offenen Ganztagsschule angepasst sind. Es bedarf dringend eines verbindlichen Raumkonzeptes, das alle in der Schule zur Verfügung stehenden Räume einbezieht und die Barrierefreiheit im Blick hat.

Aktuell baut die OGS kräftig am deutschen Armutszeugnis mit, wonach der Bildungserfolg der Kinder an ihre soziale Herkunft gekoppelt ist. Die Abschaffung der Elternbeiträge sollte also kein Tabu mehr sein; denn die Beiträge erweisen sich für immer mehr Kinder als Hürde auf dem Weg zur Chancengleichheit.

Nur wer angemessen zahlt – beispielsweise innerhalb der kirchlichen Tarifstruktur – bekommt auch qualifiziertes pädagogisches Personal. In der Offenen Ganztagsschule sollten multiprofessionelle Teams von Schule und Jugendhilfe auf Augenhöhe zusammenarbeiten; mit Lehrkräften und ausgebildeten pädagogischen Fachkräften.

„Mal eben was mit ein paar Kindern machen“, hieß es anfangs. Aus den „paar Kindern“ sind inzwischen über 280 geworden. An drei Grundschulen im westfälischen Lünen kümmern sich knapp 30 Mitarbeiter um die Kinder. Margret Banken-Konrad über den Offenen Ganztag, der von der Bildungspolitik gern übersehen wird.

Ihre Ansprechpartnerin

Kira Funke

Dr. Kira Funke

Referentin Inklusion und Bildung

Georgstraße 7
50676 Köln