Angebote und Leistungen (c) Anette Etges

Angebote und Leistungen

In weit über 200 caritativen Diensten und Einrichtungen der Behindertenhilfe im Erzbistum Köln erfahren Menschen mit Behinderung und ihre Angehörigen Hilfe und Unterstützung.

Dazu gehören beispielsweise Frühförderstellen, heilpädagogische und integrative Kindertagesstätten, Einrichtungen für Menschen mit umfassendem Hilfebedarf, Orte für ambulant betreutes Wohnen, Kontakt- und Beratungsstellen, Werkstätten für behinderte Menschen und Integrationsbetriebe. Menschen mit Behinderung haben nach Artikel 19 der UN-Behindertenrechtskonvention das Recht, mit den gleichen Wahlmöglichkeiten wie andere Menschen in der Gemeinschaft zu leben.

Gleichzeitig legt die UN-Behindertenrechtskonvention den Staaten die Verpflichtung auf, für die Verwirklichung dieses Rechts und die volle Einbeziehung in die Gemeinschaft und Teilhabe an der Gemeinschaft wirksame und geeignete Maßnahmen zu treffen.

Durch Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes wird sich das bisherige Hilfesystem der Eingliederungshilfe umfassend wandeln. Ein Ziel ist es, durch ein individuell größtmögliches Maß an Selbstbestimmung und Teilhabemöglichkeiten die Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen zu verbessern.

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über die Angebote und Leistungen für Menschen mit Behinderung. 

Men­schen mit Behin­derun­gen sollen gle­ich­berechtigt mit anderen die Möglichkeit haben, ihren Aufen­thalt­sort zu wählen. Sie sollen entschei­den dür­fen, wo und mit wem sie leben. Weit­er­hin soll gewährleis­tet wer­den, dass Men­schen mit Behin­derun­gen Zugang zu gemein­de­na­hen Unter­stützungs­di­en­sten in ihren Wohnungen für eine selbstbestimmte Lebensführung haben und die Teilhabe in der Gemein­schaft ermöglicht sowie Iso­la­tion und Aus­gren­zung ver­hin­dert.

Die caritativen Einrichtungen bieten unterschiedliche Wohnmöglichkeiten für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen an:

  • wohnen mit ambulanten Unterstützungsleistungen in der eigenen Wohnung oder einer Wohngemeinschaft
  • wohnen in Einrichtungen für Menschen mit umfassenden Hilfebedarf

Eine Übersicht über die Angebote der Wohnmöglichkeiten mit umfassenden Hilfebedarf der Caritas im Erzbistum Köln

  • für Menschen mit geistiger Behinderung finden Sie hier.
  • für Menschen mit psychischer Erkrankung/Behinderung finden Sie hier.
  • für Menschen mit Sinnesbehinderung finden Sie hier.

Eine Übersicht über die Angebote der ambulanten Unterstützungsleistungen in der eigenen Wohnung oder einer Wohngemeinschaft der Caritas im Erzbistum Köln

  • für Menschen mit geistiger Behinderung finden Sie hier
  • für Menschen mit psychischer Erkrankung/Behinderung finden Sie hier
  • für Menschen mit Sinnesbehinderung finden Sie hier

Menschen mit Behinderungen haben nach Artikel 27 der UN-Behindertenrechtskonvention einen Anspruch auf Arbeit, um am Leben in der Gesellschaft teilzuhaben und aktiv beizutragen. Diese kann in Unternehmen des ersten Arbeitsmarktes und in Werkstätten für Menschen mit Behinderung ausgeübt werden. Eine Form der Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt ist ein Arbeitsverhältnis in einem Integrationsunternehmen, in dem Menschen mit und ohne Behinderung arbeiten.

Werkstätten für Menschen mit Behinderungen beschäftigen Menschen, die auf Grund einer geistigen, körperlichen, psychischen oder mehrfachen Beeinträchtigung nicht oder noch nicht auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beschäftigt werden können. Im Rahmen der Werkstattbeschäftigung ist eine Berufstätigkeit auf einem ausgelagerten Arbeitsplatz möglich. Der Beschäftigte der Werkstatt bleibt während dieser Tätigkeit weiterhin Beschäftigter der Werkstatt.

Werkstätten der Caritas im Erzbistum Köln

Die Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt wird gefördert durch den überörtlichen Träger der Sozialhilfe, den Landschaftsverband Rheinland und die Arbeitsagentur. Die Gründung von Inklusionsbetrieben wird fachlich und finanziell unterstützt vom Integrationsamt des Landschaftsverbandes Rheinland.

Eine Übersicht der Inklusionsbetriebe der Caritas im Erzbistum Köln für Menschen mit Behinderung finden Sie hier:

CAP-Markt | mitten im Leben GmbH

CAP ist ein Teil des Wortes Handicap. Im CAP-Markt Bergisch Gladbach, der vom Caritasverband für den Rheinisch-Bergischen Kreis 2009 eröffnet wurde, bewirtschaften Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam einen Supermarkt.

Hotel Begardenhof, Köln

Der Inklusionsbetrieb Hotel Begardenhof der Integra gGmbH als 100 prozentige Tochter der Alexianer Köln ist ein Hotel mit Tagungsbetrieb im Kölner Süden.

Dort sind Menschen mit und ohne Behinderung angestellt.

LAGO BEACH, Zülpich

Das Restaurant und der Beach-Club des Lago Beach Zülpich sind Inklusionsbetriebe und werden von der "MARIENBORN Integration Catering“ (MIC), einer Tochtergesellschaft der MARIENBORN gGmbH, aus Zülpich betrieben.

Ziel der MIC ist die Integration von Menschen mit Handicap in das Arbeitsleben. Im LAGO BEACH ZÜLPICH beschäftigt die MIC Menschen mit Behinderungen auf 12 Plätzen.

CariClean, Köln

Das Unternehmen CariClean in Trägerschaft des Caritasverbandes für die Stadt Köln e.V. bietet Reinigungsdienstleistungen an, dazu zählen Unterhaltsreinigung, Glasreinigung, Fassadenreinigung und –pflege, Teppichreinigung, Grund- und Sonderreinigung sowie Spezial-Reinigung von Firmenräumlichkeiten.

PKM GmbH, Köln

Das Integrationsunternehmen PKM der Alexianer Werkstätten bietet insbesondere Menschen mit Behinderung sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in der industriellen Metallweiterverarbeitung und Gebäuderenovierung.

Genesis, Solingen

Die Integrationsgesellschaft Genesis GmbH (Gemeinnützige neue Servicegesellschaft in Solingen) ist ein Gemeinschaftsprojekt des Vereins Lebenshilfe für geistig Behinderte Solingen und des Verbundes Kplus - Katholische Kliniken und Senioreneinrichtungen. Sie wurde mit dem Ziel gegründet, Menschen mit Behinderung den Einstieg ins Berufsleben in verschiedenen Tätigkeitsfeldern zu ermöglichen.

mattea, Leverkusen

Hinter mattea steht die IN VIA Köln gGmbH. Diese wurde von IN VIA Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit Köln e.V. im Jahr 2007 gegründet mit dem Ziel, Inklusionsbetriebe zu betreiben. Der Inklusionsbetrieb mattea bietet im Forum in Leverkusen ein Restaurant und Veranstaltungscatering.

Schnitt-Gut GmbH, Neuss

Die SCHNITT-GUT GmbH ist ein Inklusionsbetrieb im Bereich des Garten- und Landschaftsbaus und wurde von den St. Augustinus-Kliniken gGmbH und den Gemeinnützigen Werkstätten Neuss GmbH in partnerschaftlicher Zusammenarbeit gegründet. Das Unternehmen bietet Menschen mit einer Behinderung die Chance, eine reguläre Arbeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu finden. Neben dem Kerngeschäft der Garten- und Landschaftsbau/-pflege, wurde mit dem Vertrieb von Kaminholz das Leistungsangebot erweitert.

Caritas Textilpflege Bonn-Rhein-Sieg gGmbH, Niederkassel

Die Caritas Textilpflege Bonn-Rhein-Sieg gGmbH ist ein gemeinsames Unternehmen des Caritasverbandes für den Rhein-Sieg-Kreis e.V.  und dem Caritasverband für die Stadt Bonn e.V.

Das Unternehmen reinigt die Oberbekleidung der Bewohnerinnen und Bewohner der Altenheime der beiden Verbände.

Viele Menschen sind durch ihre Behinderung nicht mehr in der Lage, den Anforderungen des Alltags gerecht zu werden. Hier ist eine individuelle, an den persönlichen Ressourcen orientierte Betreuung besonders wichtig. Die tagesstrukturierenden Dienste bieten eine grundlegende Tages- und Wochenstruktur mit Förderungs- und Beschäftigungscharakter innerhalb eines geschützten Rahmens. Art und Umfang der Angebote richten sich nach den individuellen Bedarfen und Belastbarkeiten der jeweiligen Zielgruppe. Angebote für einrichtungsinterne tagesstrukturierende Maßnahmen für Erwachsene mit Behinderung (LT 23 und LT 24) sind immer gekoppelt an weitere Leistungen der Eingliederungshilfe.

Zu den Zielen von tagesstrukturierenden Diensten gehört beispielsweise die Förderung und Erhalt bzw. Wiedergewinnung eines Mindestmaßes an Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit in unterschiedlichen Lebensbereichen, die Förderung der Möglichkeiten zur Teilhabe am gemeinschaftlichen Leben sowie die Förderung und der Erhalt von Handlungskompetenz bei der Gestaltung der eigenen Freizeit.

Menschen mit Behinderung sowie Angehörige benötigen spezielle auf die Behinderung zugeschnittene Beratungsstellen. Die Beratungsstellen bieten betroffenen Menschen oder auch Angehörigen   individuelle und professionelle Gesprächs- und Beratungsangebote auch zu den Themen Wohnen, Arbeit und Freizeit Die Beratungsstellen ermöglichen soziale Kontakte und fördern die Teilhabe im Leben in der Gemeinschaft.

Eine Übersicht über die Angebote der Beratungsmöglichkeiten der Caritas im Erzbistum Köln

  • für Menschen mit geistiger Behinderung finden Sie hier
  • für Mensche mit psychischer Erkrankung/Behinderung finden Sie hier
  • für Menschen mit Sinnesbehinderung finden Sie hier

Kinder und Jugendliche mit einer Behinderung und von Behinderung bedrohte Kinder haben nach dem SGB IX und XII ein Recht zur Durchführung von heilpädagogischen Maßnahmen. Ein Ziel von Frühförderung ist es, Kindern mit Behinderung und von Behinderung bedrohte Kinder zu unterstützen und so zu fördern, dass sie im bestmöglichen Umfang am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Frühförderung als ganzheitliches und interdisziplinäres System umfasst Diagnostik, Förderung, Therapie und Beratung der Familien. Zielgruppe für Maßnahmen der Frühförderung sind Kinder von der Geburt bis zur Einschulung.

Bei der Frühförderung wird grundsätzlich in zwei Arten unterschieden. Das sind einmal die sogenannten rein heilpädagogisch arbeitenden Frühförderstellen und die interdisziplinäre Frühförderung, bei denen fachübergreifend alle Maßnahmen aus einer Hand angeboten werden.

Eine Übersicht über die Frühförderstellen der Caritas im Erzbistum Köln für Kinder mit Behinderung finden Sie hier.

Die Offene Behindertenhilfe zeichnet sich durch ihr flexibles, ambulantes Dienstleistungsangebot aus. Die offene Behindertenhilfe ist eine wichtige Ergänzung zu den vorhandenen Angeboten in der Behindertenhilfe. Diese sind:

Familienunterstützender Dienst (FUD)

Der Familienunterstützende Dienst bietet Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Menschen mit Behinderung eine individuelle Unterstützung sowie Begleitung an. In der Einzelassistenz werden die persönlichen Wünsche und Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung berücksichtigt, damit diese ihre Freizeit möglichst selbstständig gestalten können. Familien, deren Kinder in ihrer Entwicklung verzögert oder behindert sind, erfahren eine zugewandte und zuverlässige Unterstützung und Entlastung bei der Betreuung ihres Kindes. Die Finanzierungsgrundlagen sind unter anderem im SGB XI geregelt.

Schulassistenz

Die Schulassistenz bietet nach dem SGB VIII und SGB XII eine Begleitung und Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Behinderungen bei der Bewältigung von alltäglichen Anforderungen in Schule, Ausbildung und Studium. Das Ziel ist eine gleichberechtigte Teilhabe an Schule, Ausbildung und Studium trotz Beeinträchtigungen.

Individuelle Schwerstbehinderten-Betreuung (ISB)

Die Individuelle Schwerstbehindertenbetreuung ermöglicht Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen Menschen mit Behinderung, am öffentlichen Leben teilzunehmen und ihr Leben nach ihren Vorstellungen und Bedürfnissen zu gestalten. Menschen mit einer Schwerstbehinderung benötigen im Alltag häufig Hilfe innerhalb und außerhalb der Wohnung. Die Finanzierungsgrundlagen sind im SGB IX, SGB XI sowie SGB XII geregelt.

Eine Übersicht der Angebote der offenen Behindertenhilfe der Caritas im Erzbistum Köln für Menschen mit Behinderung finden Sie hier.

In Heilpädagogischen Kindertagesstätte werden Kinder mit unterschiedlichen Behinderungsarten und –schweregraden sowie unterschiedlichen Entwicklungs- und Verhaltensbeeinträchtigungen betreut und gefördert. Die Kinder mit Förderbedarf werden entsprechend ihren Fähigkeiten und Möglichkeiten, auf ein selbstständiges und selbstbestimmtes Leben vorbereiten.

Eine Übersicht über die Angebote der heilpädagogischen Kindertagesstätten der Caritas im Erzbistum Köln für Kinder mit Behinderung finden Sie hier.

Der Bundesverband Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e.V. ist ein anerkannter Fachverband im Deutschen Caritasverband. Mehr als 1.100 Mitgliedseinrichtungen begleiten mit ca. 94.000 Mitarbeitenden rund 200.000 Menschen mit Behinderung oder mit psychischer Erkrankung und unterstützen ihre selbstbestimmte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. 

Der CBP sensibilisiert Mitglieder, Politiker und Öffentlichkeit für aktuelle Fragen, Probleme und Entwicklungen im Bereich der Behindertenhilfe und Psychiatrie. Er klärt auf, informiert, formuliert Alternativen. 

Er fordert und unterstützt Lösungsansätze, die sich an Selbstbestimmung und am Hilfebedarf des Einzelnen orientieren. Ebenso fordert er tragfähige Rahmenbedingungen für seine Träger, Einrichtungen und Dienste, damit verlässliche Dienstleistungen verfügbar sind für die Menschen, die sie benötigen. Mit seinen Positionen sucht er Einfluss auf Entscheidungen der Politik, die Auswirkungen haben auf Menschen mit Behinderungen und auf die dienstleistenden Sozialunternehmen.

Ihre Ansprechpartnerin

Karen Pilatzki

Karen Pilatzki

Abteilungsleiterin Behindertenhilfe