Kein Mensch darf ausgebeutet werden

05.10.23, 11:25
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Pia Klinkhammer

Welttag für menschenwürdige Arbeit: Caritas ist Anlaufstelle für Ratsuchende, deren Rechte missachtet werden

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Köln. Kein gesetzlicher Mindestlohn, überlange Arbeitszeiten oder eine fehlende Lohnfortzahlung im Krankheitsfall: „Auch wenn es in Deutschland im weltweiten Vergleich weniger ungesetzliche Arbeitsverhältnisse gibt, kommt Ungesetzliches in Arbeitsverhältnissen häufiger vor, als man denkt“, sagt Andrea Raab vom Diözesan-Caritasverband zum Welttag für menschenwürdige Arbeit am 7. Oktober. Vor allem Menschen, die in einfachen Helfertätigkeiten beschäftigt sind und nur schlecht Deutsch sprechen, sind Ausbeutung und prekären Arbeitsbedingungen ausgesetzt.

„Häufig kennen sie sich nicht im komplexen System des deutschen Arbeits(vertrags)rechts aus, wissen nicht, welche Rechte und Pflichten Arbeitgebende und Arbeitnehmende haben und werden zudem zur Unterschrift unter für sie ungünstige Verträge oder Vereinbarungen gedrängt“, so Andrea Raab, im Kölner Diözesan-Caritasverband zuständig für Arbeitsmarktpolitik. Dabei werden u.a. Arbeits- oder Werkarbeitsverträge an Wohnverträge gekoppelt, sodass der Verlust des Arbeitsplatzes auch den Verlust der Wohnung nach sich ziehen kann. Entsprechend hoch ist der physische und psychische Druck. 

Vertrauliche und kostenlose Hilfe bekommen Betroffene, aber auch Menschen ohne Arbeit ortsnah in elf Beratungsstellen der Caritas im Erzbistum Köln. Professionell Beratende unterstützen und begleiten dort individuell beim Umgang mit Behörden, bei der Stellensuche, Bewerbungen, Weiterqualifizierung und Fragen der Existenzsicherung. Raab: „Der Mythos, dass jede Arbeit besser sei als keine Arbeit, ist längst entlarvt. Und zur traurigen Wahrheit gehört auch, dass viele Menschen zwar Arbeit haben, aber von ihrem Lohn nicht leben können.“

Zum Thema gibt’s auch einen aktuellen Podcast aus der Reihe „caritalks. Pia Klinkhammer, Pressereferentin beim Kölner Diözesan-Caritasverband, war zu Besuch in der Beratungsstelle von Caritas und Diakonie in Bonn-Tannenbusch und hat mit der Projektleitung Minela Dalipi und zwei Klienten gesprochen.