Überschuldung oft Folge von Lebenskrisen - Caritas fordert mehr Hilfe für Betroffene

20.08.26, 09:07
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Pia Klinkhammer
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Überschuldung ist in den meisten Fällen keine Folge persönlichen Fehlverhaltens oder von Verantwortungslosigkeit, sondern das Ergebnis einschneidender Lebensereignisse. Das Klischee von der „selbst verschuldeten Überschuldung“ greift damit zu kurz. Aktuelle Daten der Überschuldungsstatistik 2025 des Statistischen Bundesamtes belegen: Krankheit, Sucht oder Unfälle sind mit 18 Prozent die häufigsten Auslöser einer Überschuldung. An zweiter Stelle folgt Arbeitslosigkeit mit rund 17 Prozent.

Mit Köln und Düsseldorf zählen zwei Städte im Erzbistum Köln zu den am stärksten betroffenen Großstädten.

„Wer schwer erkrankt oder seinen Arbeitsplatz verliert, kann innerhalb weniger Monate in eine finanzielle Krise geraten. Diese Menschen brauchen Beratung – und keine Schuldzuweisung“, sagt Ilias Uyar, Fachreferent für Schuldner- und Insolvenzberatung beim Caritasverband für das Erzbistum Köln. „Genau hier setzt soziale Schuldnerberatung der Caritas an: Sie stabilisiert Menschen in schwierigen Lebenssituationen, schützt vor dem Verlust der Existenzgrundlage und eröffnet neue Perspektiven.“

Besonders deutlich wird die soziale Dimension der Überschuldung bei Alleinerziehenden. Für sie waren Trennung, Scheidung oder der Tod des Partners beziehungsweise der Partnerin in rund 23 Prozent der Fälle der wichtigste Auslöser finanzieller Schwierigkeiten.

„Jeder Euro, der in die Schuldnerberatung investiert wird, schafft einen vielfachen gesellschaftlichen Nutzen. Angesichts steigender Bedarfe muss die Finanzierung dringend gesichert werden, damit es nicht zu Versorgungslücken kommt“, betont Uyar.

Die Schuldnerberatungsstellen der Caritas unterstützen Menschen vertraulich, unabhängig und fachlich fundiert dabei, ihre finanzielle Situation zu stabilisieren und nachhaltige Lösungen zu entwickeln. Dabei arbeiten sie aber an der Kapazitätsgrenze: Bei mehr als 78 % der Beratungsstellen ist die Nachfrage gegenüber dem Vorjahr gestiegen. In NRW geben knapp 60 % der Beratungsstellen Wartezeiten von mehr als drei Monaten an.

 

Kontakt zum Caritas-Experten:
Ilias Uyar

Jurist und Fachreferent für Schuldner- und Insolvenzberatung

Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e.V.

Telefon +49 221 2010 115

ilias.uyar@caritasnet.de