Sorge vor Corona-Hotspots in Unterkünften für Obdachlose

11.09.20 09:10
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Pia Klinkhammer

Caritas warnt vor Platzmangel in Einrichtungen

Wohnungslose (c) Depositphotos

Köln. Die Caritas im Erzbistum Köln warnt vor Corona-Hotspots in Obdachlosenunterkünften, weil Abstände nicht eingehalten werden können. Die Einrichtungen bräuchten dringend eine finanzielle Absicherung und Ausweichmöglichkeiten. Hier sei die Politik gefordert, so Dr. Helmut Loggen, stellvertretender Diözesan-Caritasdirektor, anlässlich des Tages der Wohnungslosen am 11. September. „Wenn sich in Gemeinschaftsunterkünften für Obdachlose das Coronavirus ausbreitet, ist eine komplette Schließung keine Option. Wo sollen diese Menschen denn dann hin?“

Wenn die Temperaturen sinken, wird der Aufenthalt im Freien für obdachlose Menschen gefährlich. Doch in den Notunterkünften werden die Plätze knapp. Laut Wohnungsnotfallbericht NRW sind derzeit allein im Erzbistum Köln mindestens 10.000 Menschen von Wohnungs- oder sogar Obdachlosigkeit betroffen. Sie sind angewiesen auf Schlafplätze in Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe oder müssen darauf hoffen, bei Bekannten oder Verwandten unterzukommen, was nur selten gelingt. 

Betroffen sind immer häufiger auch Familien und alleinerziehende Frauen. Verdoppelt hat sich in den vergangenen zwei Jahren der Anteil der Klientinnen und Klienten ohne deutschen Pass. 

„Die in der Pandemie geforderte soziale Distanz, die notwendigen Hygienemaßnahmen und der Rückzug in die eigenen vier Wände – all diese Maßnahmen sind für Obdachlose kaum umzusetzen“, sagt Loggen. Obdachlose seien obendrein besonders anfällig für Infektionen. „Ihr Immunsystem ist häufig schwach, sie haben nicht selten offene Wunden und sind psychisch belastet durch Angst und Stress“, so Loggen. 

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Weitere Informationen: Andreas Sellner, Gefährdetenhilfe im Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln, andreas.sellner@caritasnet.de , Telefon: 0221/2010-248