Erzbistum Köln „Die Flutkatastrophe 2021 hat uns auf dramatische Weise gezeigt, dass Katastrophenhilfe nicht endet, wenn das Wasser verschwindet. Für viele Menschen beginnt die eigentliche Krise erst danach. Existenzängste, traumatische Erfahrungen, bürokratische Hürden und der Verlust sozialer Sicherheit begleiten Betroffene über Jahre hinweg“, sagt Oliver Müller, Vorstand für Internationales, Migration und Katastrophenhilfe des Deutschen Caritasverbandes.
Über ihr Hilfswerk Caritas international konnte die Caritas gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Katastrophenhilfe umfangreiche Spendengelder mit einem Gesamtvolumen von fast 45 Millionen Euro mobilisieren, die auf die betroffenen Bistümer Aachen, Essen, Köln, Paderborn und Trier aufgeteilt wurden. Bis Ende 2025 wurden davon im Erzbistum Köln 4,8 Millionen Euro für finanzielle Hilfen ausgegeben, u.a. für Soforthilfen, Hausrat, technische Hilfen und präventive Baumaßnahmen. Rund 1,5 Millionen flossen in den Wiederaufbau privaten Wohnraums als sogenannte 20%ige Anschlussfinanzierung nach Bewilligungsbescheid des Landes NRW. Mit rund 400 000Euro wurden Initiativen, Vereine und Projekte gefördert, die der Wiederbelebung von Quartiers- und Nachbarschaftsarbeit dienen.
In den vor Ort errichteten Fluthilfebüros der Caritas im Düsseldorfer Stadtteil Gerresheim, in Euskirchen, im Rhein-Erft- und Rhein-Sieg-Kreis und in Wuppertal-Solingen, begleiteten seit 2021 zwölf Fluthilfeberater*innen Betroffene bei Antragstellungen staatlicher Leistungen und mit individueller psychosozialer Hilfe. Die restlichen Spendenmittel werden bis Ende 2027 weiterhin für Beratung und gezielt für Projekte zur Vorsorge und bessere Vorbereitung auf eventuelle zukünftige Katastrophen und Krisen genutzt, die insbesondere für sozial benachteiligte Gruppen, Pflegebedürftige, Senor*innen, Menschen mit Behinderungen oder Migrationshintergrund ein besonders hohes Risiko darstellen.
„Die Lehre, die wir am 5. Jahrestag ziehen lautet auch, dass erst die langfristige Begleitung aus der Krise Menschen befähigt, ihr Leben wieder eigenständig zu gestalten. Wohlfahrtsverbände wie die Caritas sind deshalb längst ein unverzichtbarer Teil der Sicherheitsarchitektur einer resilienten Gesellschaft“, so Michaela Szillat, Koordinatorin Fluthilfe im Erzbistum Köln. Die Caritas fordert deshalb, Bevölkerungsschutz künftig umfassender zu denken – als Zusammenspiel von Klimaschutz, Gefahrenabwehr, sozialer Infrastruktur und gesellschaftlicher Resilienz.
Kontakt zur Caritas-Expertin:
Michaela Szillat
Koordination Fluthilfe im Erzbistum Köln
Katastrophenhilfe national
Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e.V.
michaela.szillat@caritasnet.de