„Im Winter ist die Not obdachloser Menschen sichtbarer. Im Sommer bleibt sie noch oft im Verborgenen. Dabei kann extreme Hitze genauso lebensbedrohlich sein wie extreme Kälte“, warnt Bettina Rudat, Referentin für Gefährdetenhilfe beim Caritasverband für das Erzbistum Köln. Daher käme die erneute Unterstützung genau zur richtigen Zeit.
Bereits im Mai hatten mehr als 230 Einrichtungen in ganz NRW – von Streetwork-Teams über Fachberatungsstellen bis hin zu Notschlafstellen – Mittel beantragt. Das Förderportfolio reiche von Sonnencreme, Hüten, Trinkflaschen und leichten Sommerschlafsäcken bis hin zu Wasserspendern, Sonnensegeln und Ventilatoren. „Was zählt, ist der direkte Schutz vor Ort“, betont Rudat. „Unser Ziel ist es, mit möglichst wenig Bürokratie möglichst viele Betroffene zu erreichen – passgenau und schnell.“
Der Bedarf steigt: Laut aktuellem Wohnungslosenbericht leben in NRW über 10.000 Menschen ohne festen Wohnsitz auf der Straße. Besonders die heißen Tage im Juli verschärfen ihre ohnehin prekäre Lebenslage. „In Kombination mit schweren Vorerkrankungen kann Hitze schneller zum Tod führen: Viele Obdachlose sind aufgrund chronischer Erkrankungen, Suchterkrankungen oder psychischen Belastungen gefährdet, insbesondere, wenn mehrere Risikofaktoren zusammenkommen“, so Rudat weiter.
Was können Bürgerinnen und Bürger tun?
Sensibilität und Hinsehen sind gefragt: Wer obdachlose Menschen in Not sieht, sollte sie ansprechen, Wasser anbieten oder im Zweifel Hilfe rufen. Auch kleine Gesten wie das Verschenken von Kopfbedeckungen oder das Weitergeben kühler Aufenthaltsorte können Leben retten.
Kontakt zur Caritas-Expertin:
Bettina Rudat
Referentin Gefährdetenhilfe I Caritasverband für das Erzbistum Köln e.V.
Telefon +49 221 2010 248 I Mobil +49 151 2607 4411
bettina.rudat@caritasnet.de