„Enorme Verunsicherung und Zukunftsangst“

05.10.22, 12:48
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Pia Klinkhammer

Energie- und Preiskrise: Die „Caritas in NRW“ rückt Situation von Armutsbetroffenen in den Mittelpunkt 

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Köln. Steigende Energiekosten, teurere Lebensmittel, hohe Inflation. Besonders trifft dies Geringverdiener und Hartz-IV-Bezieher. All jene, die keine finanziellen Reserven haben und die jede Nebenkostenabrechnung in Bedrängnis bringt. In Deutschland sind nach Berechnungen des Statistischen Bundesamts rund 13 Millionen Menschen armutsgefährdet. Die neue Ausgabe der Zeitschrift „Caritas in NRW“ (4/2022) greift das Thema auf und berichtet über die Situation von Menschen in Not.

„Wir erleben zurzeit bei vielen Anspruchsberechtigten, aber auch Menschen mit mittlerem Einkommen, eine enorme Verunsicherung und Zukunftsangst“, sagt Michaela Hofmann, Armutsexpertin des Diözesan-Caritasverbandes Köln. „Die Preiserhöhungen lassen viele erschreckt einen Blick ins Portemonnaie werfen, und viele fragen sich, was sie zuerst nicht zahlen können. Planungen für Anschaffungen sind nicht mehr möglich. Viele haben Angst, laufende Kosten wie Miete oder Kredite nicht mehr tragen zu können.“

Es bedarf „endlich klarer Aussagen der Politik“, betont Hofmann. „Unabdingbar ist, möglichst schnell konkrete Informationen zu Gas- und Strompreisbremsen vorliegen zu haben, damit der Haushaltsplan realistisch aufgestellt werden kann und viele Menschen erst gar nicht in Existenznot geraten.“

Dass sich „dringend etwas tun muss“ fordert auch Anni W., die als @Finkulasa unter dem Hashtag #IchBinArmutsbetroffen über Twitter eine breite Kampagne lostrat, im Interview. Die 40-jährige alleinerziehende Mutter von zwei Kindern spricht sich für eine umgehende Erhöhung der Regelsätze und Renten aus. Anni W.: „Menschen in Deutschland wissen nicht mehr, wie sie sich ernähren sollen.“

Vor einem Zerbrechen des gesellschaftlichen Zusammenhalts warnt der nordrhein-westfälische SPD-Sozialpolitiker Josef Neumann in dem Heft. „Ich habe die Befürchtung, dass breitere Gruppen in eine soziale Hilfenotwendigkeit geraten werden“, sagt er. Entsprechend müsse eine Debatte über Umverteilung und Steuererhöhungen geführt werden.

www.caritas-nrw.de  

 

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