Erzbistum Köln. Anlässlich des Weltnichtrauchertages am 31. Mai warnt der Caritasverband für das Erzbistum Köln vor Gesundheitsrisiken neuer Nikotinprodukte. Besonders E-Zigaretten und teils illegale Produkte würden zunehmend von Jugendlichen konsumiert. Die Caritas fordert strengere Regeln für Verkauf und Werbung sowie Präventionsangebote.
„Die aktuellen Zahlen sind besorgniserregend“, sagt Angelika Schels-Bernards, Referentin für Suchthilfe der Caritasverbände für die Erzdiözese Köln und die Diözese Münster. Bereits 9,5 Prozent der 12‑ bis 17‑Jährigen sowie 16,1 Prozent der 18‑ bis 25‑Jährigen nutzen zum Beispiel regelmäßig E‑Zigaretten. Insbesondere bei weiblichen Jugendlichen wäre eine Zunahme festzustellen. „Während der Anteil klassischer Raucherinnen und Raucher im Jugendalter relativ stabil bei etwa 7 bis 8 Prozent liegt, gewinnen neue Konsumformen deutlich an Bedeutung.“
Dabei würden die Gesundheitsrisiken besonders von E-Zigaretten unterschätzt: „Sie enthalten keineswegs harmlose Inhaltsstoffe – beim Verdampfen entstehen krebserregende und gesundheitsschädliche Substanzen, deren feine Partikel tief in die Lunge gelangen.“ Die Konzentration von Nikotin in diesen Produkten sei zudem sehr hoch. „Nikotin gilt als starkes Nervengift mit erheblichem Abhängigkeitspotenzial.“
„Besonders kritisch ist die Wirkung auf junge Menschen“, so Schels-Bernards. „Nikotin kann die Gehirnentwicklung junger Menschen beeinträchtigen.“ Sie beobachtet zudem, dass neue Nikotinprodukte über Social Media gezielt junge Zielgruppen ansprechen. „Nikotinbeutel, die in die Wangentasche gelegt werden, oder nikotinhaltige Zahnstocher sind derzeit illegale gefährliche Trends.“
Die Caritas fordert deshalb einen Ausbau von frühzeitiger Aufklärung und Gesundheitsförderung in Schulen. Auch der Jugendschutz müsse konsequent durchgesetzt werden, etwa durch Konsum- und Verkaufsverbote sowie durch schärfere Kontrolle bestehender Gesetze. Gegen die Entwicklung neuer Nikotinprodukte müsse vorgegangen und Inhaltsstoffe eingeschränkt werden. Zudem müssten flächendeckend zielgruppenspezifische Entwöhnungsprogramme entwickelt werden, die sich von klassischen Rauchstopp-Angeboten unterschieden, um andere Konsummuster, Produkte und Einstiegswege in den Blick zu nehmen.
(Zahlen: BIÖG, Mai 2026)
Kontakt zur Caritas-Expertin:
Angelika Schels-Bernards
Referentin Sucht- und Aidshilfe
0221 2010-278 / 0151 515 66 506
angelika.schels-bernards@caritasnet.de