Caritas kritisiert EU-Kürzungspläne: „Eine Gefahr für den sozialen Zusammenhalt“

22.07.26, 12:00
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Pia Klinkhammer
Europa (c) Caritas

Die Europäische Kommission plant derzeit eine grundlegende Reform ihres Mehrjährigen Finanzrahmens (MFR) für den Zeitraum 2028 bis 2034. Förderprogramme sollen zusammengefasst werden; Kürzungen im Sozialbereich von bis zu 45 Prozent könnten die Folge sein. Der Caritasverband für das Erzbistum Köln befürchtet deutliche finanzielle Kürzungen für ihre soziale Arbeit. Seit 2021 wurden hier 58 soziale Projekte mit einer Fördersumme von rund 26 Millionen Euro mit EU-Mitteln unterstützt.

„ESF-Mittel verfolgen eine ganz konkrete europäische Idee: Sie fördern die gesellschaftliche Teilhabe und damit den sozialen Zusammenhalt, auch im Alltag von Familien“, betont Andrea Raab, Expertin für Europa- und Arbeitsmarktpolitik vom Caritasverband für das Erzbistum Köln. Zum Beispiel zeige dies das Projekt „FamiliencoachingPlus Wuppertal“: Jährlich stabilisiert die Caritas mit ihren Kooperationspartnern mehr als 100 Familien und Alleinerziehende in schwierigen Lebenslagen, gefördert durch Mittel des ESF. Dabei eröffnen sich für Eltern und Kinder neue Perspektiven: „Wir fühlen uns als Familie wieder gestärkt und nicht mehr allein mit unseren Herausforderungen“, so eine alleinerziehende Mutter von drei Söhnen. Sowohl die Mutter als auch ihre Kinder haben schwere Gewalterfahrungen erlebt.

Deshalb zeige sich laut Caritas der Wert der Europäischen Union nicht allein in wirtschaftlichen Kennzahlen oder funktionierenden Märkten, sondern vor allem darin, wie Menschen in schwierigen Lebenslagen unterstützt werden. „Gerade in Zeiten wachsender Unsicherheit muss Europa soziale Programme stärken. Demokratie brauche soziale Sicherheit“, so Raab weiter. „Denn wo Menschen sich abgehängt fühlen, wächst das Misstrauen gegenüber demokratischen Institutionen, auch gegenüber der EU.“

 

Der Caritasverband für das Erzbistum Köln begrüßt die Forderung des Europäischen Parlaments, im nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen 124,19 Mrd. € für den ESF vorzusehen. „Das ist das Mindeste, was wir brauchen, um auch in Zukunft unseren wichtigen gesellschaftlichen Auftrag wahrzunehmen.“

 

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