Caritas – Platz für alle!

11.03.19 14:00
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Caritas – Platz für alle!

Köln. Bei der Caritas im Erzbistum Köln sind alle Menschen willkommen und erfahren Unterstützung – ganz gleich, welchen Alters, welcher Herkunft oder Religion. Das ist die Botschaft eines neuen Imagefilms, den der Diözesan-Caritasverband mit der Kölner Produktionsfirma Kigali Films produziert hat. Der Film trägt den Titel „Caritas – Platz für alle“ und ist derzeit auch im Vorprogramm des Kölner Cinedoms zu sehen.

In 80 Sekunden erzählt der Spot die Geschichte eines spießig anmutenden Geschäftsmannes, der in seinem Auto Platz für alle hat: eine alte Dame, einen Migranten, eine Punkerin, einen jungen Mann mit Down-Syndrom, ein Kind… Das Auto füllt sich immer weiter, am Ende steigen sogar mehr aus als eingestiegen sind.

„Die Caritas unterstützt die Menschen, die es brauchen und wollen, unabhängig von deren Herkunft und Überzeugung. Wir sprechen uns entschieden gegen Ausgrenzung und Stigmatisierung aus,“ erklärt Dr. Frank Johannes Hensel, Direktor des Diözesan-Caritasverbandes, die Intention des Films. Gedreht wurde zwei Tag lang in Köln. Regie führten Sinan Akkus („Stromberg”) und Stojan Petrov. Prominente Schauspieler sind unter anderem Daniel Wandelt („Babylon Berlin”, „Verbotene Liebe”), Kais Setti („Dogs of Berlin”, „Polizeiruf”) und Nico Randel („Extraklasse“).

Hensel: „Mitten unter uns fühlen sich viele Menschen häufig fehl am Platz und nicht angenommen. Dieser Ausgrenzung wirkt die Caritas als starkes Stück Kirche mit dem Film ,Platz für alle‘ entgegen.“

Hinweis: Der Film ist auf www.caritasnet.de, YouTube und Facebook zu sehen. Im Anhang außerdem Interviews mit den Darstellern Nico Randel und Kais Setti. Die Fotos dürfen mit Verweis auf den Kölner Diözesan-Caritasverband veröffentlicht werden. Gern vermitteln wir Kontakt zu den Darstellern.

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Nico Randel: „Alle Menschen sollen hier sein dürfen“

Nico Randel

Nico Randel ist 31 Jahre alt, ein fröhlicher und offener Mann mit Down-Syndrom. Und er ist ein erfolgreicher Schauspieler, der u.a. im Film „Extraklasse“ (2018) an der Seite von Axel Prahl und Katharina Thalbach spielt. Als die Anfrage kam, beim Caritas-Film „Platz für alle“ mitzumachen, hat er direkt zugesagt.

Herr Randel, warum haben Sie gern bei diesem Imagefilm mitgemacht?

Randel: Ich bin Schauspieler und spiele gern jede Rolle. Ich habe gern bei euch mitgemacht.   

Hatten Sie schon mal Kontakt zur Caritas?

Randel: Bis ich bei euch mitgemacht habe, hatte ich keinen Kontakt zur Caritas gehabt.

Der Film trägt den Titel „Caritas – Platz für alle“. Ein spießig anmutender Herr nimmt eine alte Dame, ein Kind, einen Migranten, eine Punkerin und eben Sie, einen Menschen mit Down-Syndrom, mit dem Auto mit. Ist in unserer Gesellschaft auch Platz für alle? 

Randel: Eigentlich schon, alle Menschen sollen hier sein dürfen.

Wenn Sie an die Dreharbeiten denken, was fällt Ihnen als erstes ein, was war besonders schön?

Randel: Auf diese Frage weiß ich keine Antwort, weil alles schön war, der Dreh, die Leute, dass ich mitmachen konnte.

Erleben Sie konkret Ausgrenzung im Alltag?

Randel: Die Bezeichnung Ausgrenzung kenne ich, ich kenne das Gefühl. Selbstverständlich habe ich viele Kontakte im Alltag. Einmal wollte ich eine DVD für meine Freundin kaufen. Die Verkäuferin hat gefragt, ob ich das darf ohne meine Eltern. Das nervt.

Erleben Sie Ausgrenzung im Beruf als Schauspieler?

Randel: Ich habe es nicht erlebt.

Wie sind Sie Schauspieler geworden, haben Sie eine Schauspielschule besucht?        

Randel: Ich habe als Kind immer gern Rollen gespielt. Ich habe in meiner Schulzeit an kleinen Sketchen mitgewirkt. Und dann Jahre später habe ich in verschiedenen Theaterstücken mitgewirkt. Mit 16 Jahren habe ich im Theater mit dem Schauspiel angefangen. Für mich gibt es keine Theaterschule wie in der Schweiz, wo ich auch aufgetreten bin.

Kais Setti: „Verbinden statt spalten“

Kais Setti

Kais Setti ist Schauspieler und wohnt in Köln. Gerade ist der 34-Jährige in der Netflix-Serie „Dogs of Berlin“ zu sehen – in einer Hauptrolle. Bekannt ist er u.a. auch aus „Tatort“ und „Polizeiruf“. 2013 gewann er den Grimme-Preis. Im Caritas-Film spielt er einen Menschen mit Migrationshintergrund.

Warum haben Sie gern beim Dreh der Caritas mitgemacht?

Setti: Ich habe sehr gerne mitgewirkt, da ich von der Arbeit der Caritas überzeugt bin und es eine wichtige Organisation für unsere Gesellschafft ist. Ich glaube an die Vielfallt und unterstütze die Hilfe für Menschen die Hilfe brauchen.

Sind Sie schon in Kontakt gekommen mit der Caritas?

Setti: Ich persönlich bin noch nicht in Kontakt mit der Caritas gekommen, aber Bekannte haben schon Hilfe in Anspruch genommen und auch ein Nachbar von mir bekommt regelmäßig Besuch von Mitarbeitern der Caritas, die ihn mit Medikamenten versorgen. 

Warum Sind Sie Schauspieler geworden?
Setti: Ich habe schon früh an Theaterprojekten in der Schule teilgenommen und wurde dann mit dem Theatervirus infiziert. Schauspiel ist nicht nur mein Beruf, sondern meine Berufung.

Sie wohnen in Köln, haben tunesische Wurzeln. Was ist Ihre Heimat?
Setti: Meine Heimat ist Köln und ich bin Deutscher mit tunesischen Wurzeln.

Ist in unserer Gesellschaft „Platz für alle“?
Setti: Ein ganz klares Ja! In unserer Gesellschaft ist Platz für alle. Vielfalt statt Einfalt! Verbinden statt Spalten!

Erleben Sie persönlich Ausgrenzung aufgrund Ihrer Herkunft?
Setti: Nein, ich habe noch keine Ausgrenzung erlebt, ich lebe in Köln und hier ist die Gesellschafft sehr offen und tolerant. Wie man auf Kölsch so schön sagt: „Jeder Jeck is anders".

In „Dogs of Berlin“ spielen Sie einen arabischen Clan-Chef in Berlin. Was hat Sie an dieser Rolle fasziniert?
Setti: Als Schauspieler fasziniert mich jeder Charakter, aber ich gebe zu, den Bösen zu mimen, macht mir besonderen Spaß. Meine Rolle in der Netflix-Serie ist nicht nur böse, sondern sehr ambivalent und hat Wünsche, Träume und Ängste – wie bei jedem Menschen. 

Welche nächsten Projekte stehen für Sie an?
Setti: Natürlich ist eine Fortsetzung der Serie „Dogs of Berlin“ geplant, aktuell stehe ich für eine Schweizer Fernsehproduktion vor der Kamera.