Ausbildung und Arbeit sind Schlüssel zur Integration

19.06.18, 00:00
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Mehr als 4200 junge Geflüchtete in NRW suchen einen Ausbildungsplatz. Flüchtlingshilfe vermittelt 325 Jobpatenschaften

Köln. Vielen jungen Geflüchteten ist der Zugang zu Arbeit und Qualifizierung noch verschlossen. Ende Mai suchten NRW-weit 4266 von ihnen einen Ausbildungsplatz. Anlässlich des morgigen Weltflüchtlingstags appelliert der Kölner Diözesan-Caritasdirektor Dr. Frank Joh. Hensel an Behörden und Arbeitgeber, noch mehr für die Qualifizierung von Geflüchteten zu tun: „Ausbildung führt in Arbeit, und Arbeit ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Integration in Deutschland", so Hensel, der auch Leiter der Flüchtlingshilfe im Erzbistum Köln, Aktion Neue Nachbarn (ANN), ist. Über die Aktion wurden bereits 325 Jobpatenschaften vermittelt.

Die Berufsausbildung Geflüchteter scheitert noch zu oft an unzureichenden Sprachkenntnissen, fehlenden Schulabschlüssen und mangelndem Wissen über die Wege zur beruflichen Qualifizierung. Hensel fordert deshalb eine konsequente Integrationsbegleitung. „Geflüchtete brauchen verlässliche persönliche Ansprechpartner, damit sie Mut fassen und Behördengänge und Bewerbungsverfah-ren bewältigen."

Ehrenamtliche Jobpatinnen und -paten helfen Geflüchteten bei der beruflichen Orientierung, unterstützen am neuen Arbeits- oder Ausbildungsplatz, in der Berufsschule oder bei Ämtern.

„Die Menschen wollen ankommen und sich selbst etwas aufbauen. Dazu brauchen sie einige Zeit und Unterstützung", so Hensel weiter und erinnert daran, wie wichtig es für die gesellschaftliche Wahrneh-mung ist, Geflüchtete in Arbeit zu bringen: „Wer einen Geflüchteten als Arbeitskollegen kennenlernt, kann Vorurteile abbauen."

Das Projekt „Neue Nachbarn – auch am Arbeitsplatz" wird von der Aktion Mensch gefördert. Es startete im Mai 2016, um bis April 2019 mindestens 300 ehrenamtliche Jobpatenschaften für Geflüchtete auf den Weg zu bringen. Schon jetzt ist diese Zahl (325) überschritten.

Info: www.aktion-neue-nachbarn.de/integration/arbeit

Der Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln e.V. ist der Dachverband der katholischen Wohlfahrtspflege im Erzbistum Köln. Ihm sind 250 Mitglieder als Träger von mehr als 2.000 Diensten und Einrichtungen im Rheinland und den angrenzenden Kreisen angeschlossen. Das Spektrum reicht von Krankenhäusern über Altenheime bis zu Kinder-gärten und Beratungsstellen, wie etwa Schwangerschafts- oder Schuldnerberatung. Der Diözesan-Caritasverband berät seine Einrichtungen und Dienste in wirtschaftlichen Fragen und vertritt sie in Kirche, Gesellschaft und Politik.