Themen dieser Ausgabe sind u.a.: 5. Jahrestag der Flutkatastrophe: Caritas unterstützt weiterhin | Hitzefalle Straße: Caritas koordiniert Hilfen für obdachlose Menschen | Treffen von Menschen mit Armutserfahrung am 5. August in Düsseldorf

Ausgabe 13 – 2026 | 16. Juli 2026

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  Aktuell  

Seelischer Wiederaufbau bleibt eine Langzeitaufgabe

5. Jahrestag der Flutkatastrophe: Caritas unterstützt weiterhin Menschen in den betroffenen Gebieten

Über ihr Hilfswerk Caritas international konnte die Caritas gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Katastrophenhilfe umfangreiche Spendengelder mit einem Gesamtvolumen von fast 45 Millionen Euro mobilisieren, die auf die betroffenen Bistümer Aachen, Essen, Köln, Paderborn und Trier aufgeteilt wurden.

Bis Ende 2025 wurden davon im Erzbistum Köln 4,8 Millionen Euro für finanzielle Hilfen ausgegeben, u. a. für Soforthilfen, Hausrat, technische Hilfen und präventive Baumaßnahmen. Rund 1,5 Millionen flossen in den Wiederaufbau privaten Wohnraums als sogenannte zwanzigprozentige Anschlussfinanzierung nach Bewilligungsbescheid des Landes NRW. Mit rund 400 000 Euro wurden Initiativen, Vereine und Projekte gefördert, die der Wiederbelebung von Quartiers- und Nachbarschaftsarbeit dienen. 

In den vor Ort errichteten Fluthilfebüros der Caritas im Düsseldorfer Stadtteil Gerresheim, in Euskirchen, im Rhein-Erft- und Rhein-Sieg-Kreis und in Wuppertal-Solingen, begleiteten seit 2021 zwölf Fluthilfeberater*innen Betroffene bei Antragstellungen staatlicher Leistungen und mit individueller psychosozialer Hilfe. 

Die restlichen Spendenmittel werden bis Ende 2027 weiterhin für Beratung und gezielt für Projekte zur Vorsorge und bessere Vorbereitung auf eventuelle zukünftige Katastrophen und Krisen genutzt, die insbesondere für sozial benachteiligte Gruppen, Pflegebedürftige, Senor*innen, Menschen mit Behinderungen oder Migrationshintergrund ein besonders hohes Risiko darstellen.

„Die Lehre, die wir am 5. Jahrestag ziehen lautet auch, dass erst die langfristige Begleitung aus der Krise Menschen befähigt, ihr Leben wieder eigenständig zu gestalten. Wohlfahrtsverbände wie die Caritas sind deshalb längst ein unverzichtbarer Teil der Sicherheitsarchitektur einer resilienten Gesellschaft“, so Michaela Szillat, Koordinatorin Fluthilfe im Erzbistum Köln. Die Caritas fordert deshalb, Bevölkerungsschutz künftig umfassender zu denken – als Zusammenspiel von Klimaschutz, Gefahrenabwehr, sozialer Infrastruktur und gesellschaftlicher Resilienz.

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Hitzefalle Straße

Caritas koordiniert Hilfen für obdachlose Menschen in Nordrhein-Westfalen

„Die Wohnungslosenhilfe in NRW leistet jeden Tag Außergewöhnliches. Doch bei diesen Hitzeperioden gerät sie an ihre Grenzen“, erklärt Bettina Rudat, Referentin für Gefährdetenhilfe beim Caritasverband für das Erzbistum Köln. „Bei hohen Temperaturen brauchen deutlich mehr obdachlose Menschen unsere Hilfe. Sie sind erschöpft, dehydriert und körperlich wie psychisch stark belastet. In einer Kölner Einrichtung musste an besonders heißen Tagen mehrfach der Rettungsdienst alarmiert werden.“ 

Mehr als 10.000 obdachlose Menschen leben Schätzungen zufolge in NRW. Viele von ihnen sind aufgrund chronischer Erkrankungen, Suchterkrankungen oder psychischen Belastungen gefährdet, insbesondere, wenn mehrere Risikofaktoren zusammenkommen. „In Kombination mit schweren Vorerkrankungen kann Hitze schneller zum Tod führen. Gerade obdachlose Menschen sind daher stärker gefährdet.“

Als landesweiter Koordinator bündelt der Caritasverband für das Erzbistum Köln die Anträge der Träger und sorgt mit dafür, dass die Mittel schnell in konkrete Schutzmaßnahmen fließen können. So können Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe Trinkwasser organisieren, Sonnenschutz bereitstellen, Aufenthaltsräume kühlen oder schattige Bereiche schaffen. Bettina Rudat sieht die aktuellen Hilfen aber nicht nur als wichtige Sofortmaßnahme.

„Die Erfahrungen der vergangenen Hitzewelle zeigen zugleich, dass es neben akuten Hilfen auch langfristige Investitionen braucht. Hitzeschutz und Klimaanpassung müssen dauerhaft Teil der sozialen Infrastruktur werden.“ Viele notwendige Investitionen in Verschattung, Kühlung oder die bauliche Anpassung von Aufenthaltsräumen könnten aus den regulären Budgets nicht finanziert werden.

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Kultur und Kreativität unterstützt Lernprozesse

Erasmus+: Europäischer Austausch zu non-formaler Bildung in Rumänien

Ende Mai 2026 nahmen Heinz Blome, Steffi Bös und Ulrich Förster für den Caritasverband für das Erzbistum Köln sowie Mareike Stauder für IN VIA Köln am dritten transnationalen Treffen des Erasmus+-Projekts zur non-formale Bildung für benachteiligte Menschen in Europa teil. Ausrichter des Treffens war die Caritas in Sfântu Gheorghe (Rumänien). Gemeinsam mit Fachkräften der Caritas aus Österreich, Italien, Litauen und Rumänien wurden innovative Ansätze der non-formalen Bildung vorgestellt und diskutiert. 

Im Mittelpunkt standen Praxisbeispiele zur Förderung von Bildung, Inklusion und gesellschaftlicher Teilhabe benachteiligter Menschen. Besonders eindrucksvoll waren Besuche von Projekten für die Roma-Gemeinschaft, Familien- und Kinderzentren sowie Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen. 

Zudem wurde deutlich, wie kreative Methoden wie Musik, Kunst und kulturelle Bildungsangebote Lernprozesse unterstützen und soziale Integration fördern können. Steffi Bös und Mareike Stauder konnten hierzu Ihre Erfahrungen aus dem Projekt „Deine.ART 2.0“ für Geflüchtete einbringen. Das Abschlusstreffen des zweijährigen Projekts wird Ende September in Köln stattfinden. 

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Gemeinsam voneinander lernen

Internationale Zusammenarbeit stärkt die Jugendhilfe

Wie gelingt gute Jugendhilfe – auch über Ländergrenzen hinweg? Darüber tauschen sich aktuell Fachkräfte der Caritas-Jugendhilfe-Gesellschaft mbH (CJG) und der israelischen Partnerorganisation Orr Shalom in Köln aus. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Resilienz, Inklusion, Diversität und traumasensible Arbeit. Der Austausch schafft neue Perspektiven und stärkt die Zusammenarbeit nachhaltig. 

Verena Schäffer vom Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration NRW, begrüßte die israelische Delegation gemeinsam mit Dr. Frank Joh. Hensel, Direktor des Caritasverbandes für das Erzbistum Köln und George Koldewey, Geschäftsführer der Caritas-Jugendhilfe-Gesellschaft.

Ein besonderer Moment war die Übergabe eines Steins aus Jerusalem durch Rina Edelstein, Vizepräsidentin von Orr Shalom. Der Stein steht als Symbol für Beständigkeit, Vertrauen und eine tragfähige Partnerschaft – Werte, auf denen die Zusammenarbeit zwischen den beiden Organisationen aufbaut.

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  Veranstaltungen  

„Vom Überleben zum LEBEN! Sei dabei und gestalte mit!“

Treffen von Menschen mit Armutserfahrung am 5. August in Düsseldorf

Armut grenzt aus – sozial, politisch und gesellschaftlich. Beim 9. Treffen will die LAG Freie Wohlfahrtspflege NRW am 5. August Raum für Austausch, Vernetzung und gemeinsame Forderungen schaffen. Im Dialog zwischen Expert*innen in eigener Sache, Wissenschaft und Politik sollen dabei zentrale Fragen diskutiert werden:

  • Wie gelingt politische Teilhabe armutserfahrener Menschen?
  • Wie wirken Arbeitsmarkt, Niedriglohn und soziale Integration?
  • Was bedeutet die aktuelle Lage im Bereich Wohnen und Wohnungslosigkeit?
  • Welche Rolle spielen Sozialpässe und der Zugang zu Leistungen?
  • Wie beeinflussen Digitalisierung und Klimapolitik soziale Ungleichheit?

Ein fachlicher Impuls zu den Grundlagen und Zielen des Sozialstaates eröffnet den Tag.

In moderierten Arbeitsphasen erarbeiten die Teilnehmenden:

  • gemeinsame Positionen,
  • konkrete Forderungen,
  • nächste Schritte,
  • ein öffentlich wirksames Statement beziehungsweise eine gemeinsame Aktion.

Zum Abschluss werden die Ergebnisse im Plenum vorgestellt und gemeinsam ein sichtbares Zeichen auf dem Gelände der Hochschule Düsseldorf setzen.

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„Nah dran trotz Distanz: Soziale Arbeit in urbanen und ländlichen Räumen“

Save the Date: Social.Innovation.Now. 2027

Im kommenden Jahr geht es im KSI in Siegburg um das Thema „Nah dran trotz Distanz: Soziale Arbeit in urbanen und ländlichen Räumen.“ Diskutiert werden sollen dabei die Herausforderungen, innovative Ansätze und strukturelle Unterschiede zwischen urbanen und ländlichen Sozialräumen. 

Besonders spannend: Die Teilnehmenden sollen auf hybride Formen Sozialer Arbeit schauen, die digitale und analoge Angebote klug verbinden, Menschen zusammenbringen und neue Möglichkeiten schaffen, Einsamkeit entgegenzuwirken und Gemeinschaft zu stärken. 

Merken Sie sich gerne den 3. und 4. Juni 2027 vor, und freuen Sie sich unter anderem auf

  • kurzweilige Keynotes, 
  • lebendige Diskussionen, 
  • inspirierende Barcamp-Sessions, 
  • einen bunten Gallery-Walk
  • und spannende Projekte. 

Auch dieses Mal gibt es wieder einen Call for Ideas – und mit ein bisschen Glück gewinnen Sie sogar den Social Innovation Preis 2027.

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CaritasCampus

10 Jahre Fort- und Weiterbildungsangebote

„Bildung ist die mächtigste Waffe, um die Welt zu verändern“, erkannte Nelson Mandela. Möglichkeiten, neue Bildungschancen zu nutzen, bietet das CaritasCampus-Programm in Hülle und Fülle. Mehr als 400 Angebote stehen in Präsenz, als Web- oder Online-Seminar für Sie bereit, ergänzt durch gemischte Formate, Inhouse- oder Teamschulungen. Auch Angebote zu Bildungsurlauben des Kölner Diözesan-Caritasverbandes finden Sie im aktuellen Programm.

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  Klima sucht Schutz  

Mitmachten und einen der letzten Projektplätze sichern

DiCV-Klimaschutzkoordination startet den dritten Konvoi

Die ersten Klimabilanzberichte im Projekt Klimaschutzkoordination, die gemeinsam mit den Sustainable Natives erstellt werden, stehen kurz vor dem Abschluss. Die Erfahrungen der teilnehmenden Einrichtungen zeigen, dass sich der Einstieg in die Klimabilanzierung lohnt.

„Die Teilnahme am Pilotprojekt zur Klimabilanzierung war für uns dank unserer digitalen Prozesse mit überschaubarem Aufwand verbunden und hat wertvolle Erkenntnisse geliefert. Wir können anderen Trägern und Einrichtungen nur empfehlen, diesen wichtigen Schritt für mehr Nachhaltigkeit und Zukunftsfähigkeit ebenfalls zu gehen“, resümiert Steffen Schönsee, kaufmännische Leiter der Fachklinik Gut Zissendorf.

Für die letzten verfügbaren Projektplätze können sich Träger aus dem Erzbistum Köln noch bis Ende Juli melden und durch die Zeichnung eines Letter of Intent in das bis Ende 2028 laufende Projekt einsteigen, um kostenfrei bereits jetzt oder in einem der kommenden Projektjahre eine eigene Klimabilanz zu erstellen.

Der dritte Konvoi des Projekts zur Erstellung weiterer Klimabilanzen startet am 8. September mit einer dreistündigen Kick-off-Veranstaltung.

Zu Anmeldung

Wende im Warenkorb – Vom guten Willen zur guten Praxis

Einladung zum 4. Klima-Forum für Wohlfahrt und Kirche am 6. Oktober in Köln

Willkommen zum fachlichen Austauschforum für klimagerechtes, sozial innovatives und nachhaltiges Handeln in Kirche, Wohlfahrt und Gesellschaft. Perspektiven für zukunftsfähige Beschaffung in Kirche und Wohlfahrt: Das Klima-Forum zeigt, wie wirtschaftliches, ökologisches und soziales Handeln zusammengehen kann. Es zeigt Entwicklungen auf, eröffnet Handlungsalternativen und innovative, praxisnahe Umsetzungsimpulse für verantwortliches Handeln in Kirche, Wohlfahrt und Gesellschaft.

Eingeladen sind am 6. Oktober ins Kölner Maternushaus alle, die sich haupt- oder ehrenamtlich mit Klimaschutz & Nachhaltigkeit befassen oder die Beschaffung verantworten, ob im Management oder auf Referentenebene, insbesondere bei Trägern aus Caritas, Diakonie und weiteren Wohlfahrtsverbänden, aus Kirchengemeinden, Landeskirchen und Diözesen, sowie Vertreter*innen aus Politik und Sozialwirtschaft.

Zur Anmeldung und weiteren Informationen

  Politik & Positionen  

Kindeswohl stärken, Gewalt besser berücksichtigen, Pflegekinderrechte ausbauen

Caritas und SkF nehmen Stellung zum Entwurf eines Gesetzes zur Reform des Kindschaftsrechts

Der Deutsche Caritasverband und der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) begrüßen den Referentenentwurf zum Kindschaftsrechtsmodernisierungsgesetz (KiMoG) in ihrer gemeinsamen Stellungnahme als wichtigen Schritt. Gleichzeitig fordern die Verbände Nachbesserungen beim Schutz vor häuslicher Gewalt, lehnen die geplante Widerspruchslösung zur gemeinsamen Sorge ab und sehen die vorgesehenen Änderungen im Adoptionsrecht kritisch. 

Positiv hervorgehoben werden insbesondere die Stärkung von Kinderrechten und die verbesserte Rechtsstellung von Pflegekindern. Ebenfalls positiv bewertet werden die ausdrückliche gesetzliche Verankerung und Konkretisierung des Kindeswohls sowie die Anerkennung von Kindern als eigenständig von Gewalt betroffene Personen, wenn sie Gewalt gegen Bezugspersonen miterleben.

Die Verbände fordern weitergehende Regelungen im Sorge- und Umgangsrecht. Gerichte sollen bereits bei Anhaltspunkten für häusliche Gewalt verpflichtet sein, diese zu prüfen. Außerdem sollen psychische, digitale und wirtschaftliche Gewalt stärker berücksichtigt werden.

Begrüßt werden die Neuordnung des Pflegekindschaftsrechts, die stärkere Berücksichtigung von Bindungen und Kontinuität im Leben von Pflegekindern sowie die Verbesserung ihrer Rechtsstellung.

Die vorgesehenen Rechte leiblicher, nicht rechtlicher Eltern könnten das bewährte System der Volladoption und die Stellung der Adoptivfamilie grundlegend verändern. Stattdessen sollten freiwillige Kontaktvereinbarungen und die Begleitung durch Adoptionsvermittlungsstellen gestärkt werden. Die Verbände weisen darauf hin, dass zusätzliche Beratungs- und Begleitaufgaben nur mit einer dauerhaft gesicherten Finanzierung der Adoptionsdienste zu bewältigen sind.

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  Vor Ort  

Eine Tafel gegen die soziale Kälte

Aktion der Caritas brachte Menschen in der Fußgängerzone von Bergisch Gladbach miteinander ins Gespräch

Wenn das Leben komplizierter wird, fahren die Menschen ihre Ellbogen aus. Sie ziehen sich zurück, hinein in ihre eigene, überschaubare Komfortzone. Zurück bleibt eine Gesellschaft, die verlernt hat, miteinander zu sprechen. Doch Anfang Juli stemmten sich viele Bürger aus Bergisch Gladbach mitten in der Fußgängerzone gegen diesen Trend. 

Es brauchte dafür nicht viel, nur ein mutiges Konzept: Einen langen, rot gedeckten Tisch, Bierbänke, mitreißende Musik und den festen Willen zum Dialog. Das Prinzip war so einfach wie wirkungsvoll: Jeder brachte eine Kleinigkeit zu essen mit und hatte auch eigenes Geschirr im Gepäck, um Müll zu vermeiden. Wasser und kostenloses Eis gab es vor Ort.

Gegen Mittag füllten sich die Bankreihen merklich. Michael Ufer, Vorstand der Caritas Rhein-Berg, trat ans Mikrofon, um die Gäste und die Helfer zu begrüßen. Seine Botschaft war unmissverständlich: „Die Tafel der Begegnung steht für das, was uns als Caritas besonders wichtig ist: dass Menschen aufeinander zugehen, im Austausch sind und den Dialog suchen. Wir wollen Jung und Alt, Groß und Klein zusammenführen.“

Der stellvertretende Bürgermeister Corvin Kochan nahm den Ball dankend auf. Beim Blick über die voll besetzte Hauptstraße zeigte er sich sichtlich beeindruckt. Eine Stadtverwaltung lebe schließlich nicht nur von den Beschlüssen, die im Rat getroffen werden, sondern von dem, was am Ende auf der Straße gelebt wird. Kochan dankte der Caritas für das Durchhaltevermögen: „Es wird immer schwieriger, solche Veranstaltungen im öffentlichen Raum zu organisieren. Umso toller ist es, dass Sie diesen Raum geboten haben. Zeigen wir, was diese Stadt ausmacht: das Miteinander und die Vielfalt. “

Als die Reden vorbei waren, spielte die Kölner Künstlerin Nange und der Singer-Songwriter Etoile de Neige. Die Menschen setzten sich wieder an die Tische, aßen und erzählten weiter. Manchmal reicht ein langer roter Tisch, um die soziale Kälte für ein paar Stunden zu vertreiben.

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  Medientipp  

„Im Prinzip guckt man nur zu, wie andere Leute leben“

Menschen, die von Armut betroffen sind, berichten im 6. Armuts- und Reichtumsbericht NRW von ihren Alltagserfahrungen

Seit 2007 bringt die Freie Wohlfahrtspflege im Sozialbericht NRW in einem eigenen Kapitel systematisch die Perspektiven armutserfahrener Menschen ein. Für den aktuellen Bericht wurden Gespräche mit zwölf Betroffenen geführt. 

Deren Statements geben Einblick in zentrale Lebensbereiche von Bildung und Arbeit über Wohnen und Gesundheit bis hin zu Digitalisierung, Mobilität und soziokultureller Teilhabe. Die Interviews machen deutlich, wie strukturelle Barrieren den Alltag armutsbetroffener Menschen prägen und deren Teilhabechancen einschränken.

Die Auswertung der Interviews zeigt, dass die Menschen oft mit Stigmatisierung und fehlender Anerkennung als gleichberechtigter Teil der Gesellschaft konfrontiert sind: Dazu sagt Dominique Hopfenzitz, Vorsitzender des Arbeitsausschusses Armut und Sozialberichterstattung der Landesarbeitsgemeinschaft Frei Wohlfahrtspflege: „Der Wunsch nach einem respektvollen und zugewandten Umgang stand bei vielen Gesprächen im Zentrum. Gleichzeitig äußern die Betroffenen sehr konkret, dass viele Leistungen faktisch schwer zugänglich sind.“

Hier seien einfachere Antragsprozesse, klarere Zuständigkeiten und eine verlässliche, ressourcenorientierte Beratung zentrale Stellschrauben. Digitalisierung könne dazu beitragen, dürfe aber keine zusätzlichen Hürden schaffen. Analoge Zugänge und persönliche Unterstützung müssten weiterhin gesichert bleiben.

Der Sozialbericht NRW liefert eine fundierte Datenbasis zur sozialen Lage im Land. Die Perspektiven armutserfahrener Menschen hingegen ergänzen diese Zahlen und machen sichtbar, wie politische Regelungen im Alltag wirken und wo sie Teilhabe verhindern.

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Auf das Hochwasser folgt die Bürokratie

WDR-Dokumentation über die Caritas-Fluthilfe in Wuppertal-Beyenburg

Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe zeigt sich: Der Wiederaufbau endet nicht mit reparierten Häusern. Viele Betroffene kämpfen noch immer mit den Folgen der Katastrophe. Die Caritas begleitet sie langfristig – mit psychosozialer Beratung, finanziellen Hilfen und Projekten für mehr Krisenvorsorge und gesellschaftliche Resilienz. „Wenn man selber schon am Rande des Nervenzusammenbruchs war, haben die einen immer beruhigt“, sagt Löre Linke aus Wuppertal-Beyenburg in der WDR-Flutreportage zum Jahrestag.

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