Themen dieser Ausgabe sind u.a.: 287 Millionen Euro für mehr Hitzeschutz in NRW | Caritas Europa Innovations-Festival sucht Projekte | „Berliner Erklärung“ der Bundesarbeitsgemeinschaft Integration durch Arbeit

Ausgabe 16 – 2026 | 24. September 2026

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  Aktuell  

287 Millionen Euro für mehr Hitzeschutz in Nordrhein-Westfalen

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat Förderprogramme vorgestellt

Ende Juni 2026 erlebten Deutschland und Nordrhein-Westfalen eine Hitzeperiode von historischer Dimension. Aufbauend auf bereits bestehenden Aktivitäten zum gesundheitsbezogenen Hitzeschutz hat das Gesundheitsministerium unmittelbar im Anschluss an die Hitzewelle damit begonnen, diese im Dialog mit den Partnerinnen und Partnern aus dem Bereich Gesundheit und Pflege aufzuarbeiten. 

Als direkte Konsequenz will die Landesregierung zwischen 2027 und 2030 Mittel in Höhe von 286,6 Millionen Euro im Rahmen von drei Förderprogrammen bereitstellen, um Menschen in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern und der eigenen Häuslichkeit bei zukünftigen Hitzewellen besser zu schützen. 

Diese umfassen Klimatisierungsmaßnahmen in öffentlichen Einrichtungen und gezielte Arbeit in den Kommunen für die Menschen vor Ort. Flankiert werden die Maßnahmen des Landes durch eine Förderung der SozialstiftungNRW in Höhe von 20 Millionen Euro für die Klimatisierung in Einrichtungen der Eingliederungshilfe

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Ehrenamt möglich machen

Neue Stiftung fördert Projekte in Nordrhein-Westfalen

Eine gute Nachricht für gemeinnützige Organisationen und Vereine in Nordrhein-Westfalen: Seit dem 1. September gibt es eine neue Fördermöglichkeit. Bei der neu gegründeten Bingo!Ehrenamtsstiftung NRW, die Teil der WestLotto-Gruppe ist, können Fördermittel zwischen 1.000 und 5.000 Euro beantragt werden. 

Finanziell unterstützt werden neue Projekte mit einem zeitlich begrenzten Rahmen und einem Bezug zum Bundesland NRW, die Ehrenamt sichtbar, attraktiv oder möglich machen. Projektbezogene Sach- und Personalausgaben, die in direktem Zusammenhang mit dem Förderprojekt stehen, können geltend gemacht werden. 

Eine Förderung ist in allen gesellschaftlichen Bereichen möglich, in denen Ehrenamt wirkt, zum Beispiel in Sport, Kultur, Sozialem, Bildung, Integration, Umwelt, Nachbarschaft oder Gesundheit. Die Projekte dürfen zum Zeitpunkt des Antrags noch nicht gestartet sein, im laufenden Kalenderjahr ist eine Förderung pro Organisation möglich.

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Caritas Europa Innovations-Festival: Machen Sie mit!

Reichen Sie bis Ende September Ihr Projekt ein

Am 19. Februar 2027 wird das siebte Caritas Europa Innovations-Festival online stattfinden. Bis zum 30. September können innovative Projekte aus dem Caritas-Netzwerk eingereicht werden. Dabei werden folgenden Kriterien bewertet:

  • Innovation in der Antwort auf soziale Herausforderungen;
  • neue Ansätze, Methoden, Partnerschaften, Dienstleistungen oder Arbeitsweisen;
  • Partizipation, Inklusion, gesellschaftliches Engagement oder Selbstermächtigung stärken;
  • zur organisatorischen Widerstandsfähigkeit und langfristigen Nachhaltigkeit beitragen.

Ein spezieller Fokus wird 2027 zudem auf das Thema Fundraising und finanzielle Resilienz gelegt, insbesondere die Erforschung innovativer Ansätze in den Bereichen Mittelbeschaffung, Ressourcenmobilisierung, neue Partnerschaften oder finanzielle Nachhaltigkeit.

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„Zusammenhalt stärken – Menschen verbinden“

3. Förderaufruf im ESF Plus-Programm

Mit dem neuen Baustein 2 des ESF Plus-Programms „Zusammenhalt stärken – Menschen verbinden“ fördert das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) Projekte gemeinnütziger Träger, die Einsamkeit und soziale Isolation bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 14 bis einschließlich 27 Jahren vorbeugen oder lindern und deren soziale Teilhabe stärken. 

Gefördert werden insbesondere neue und innovative präventive sowie unterstützende Ansätze. Dazu gehören beispielsweise der Aufbau sozialer Ankerorte und Beratungsangebote, die Vernetzung kommunaler und zivilgesellschaftlicher Akteure, Maßnahmen zur Sensibilisierung und Entstigmatisierung von Einsamkeit, Peer-Angebote sowie digitale Angebote, die mit analogen Formaten verbunden werden. Voraussetzung ist, dass Projekte sowohl den Aufbau bzw. die Verbesserung sozialer Strukturen als auch die Verbesserung der sozialen Teilhabe der Zielgruppe verfolgen. 

Antragsberechtigt sind ausschließlich gemeinnützige Träger mit Sitz und Arbeitsstätte in Deutschland. Kooperationen und Projektverbünde, etwa mit Kommunen, anderen gemeinnützigen Organisationen, Unternehmen oder Forschungseinrichtungen, sind möglich. 

Die Förderung erfolgt als nicht rückzahlbarer Zuschuss im Rahmen einer Anteilsfinanzierung. Der ESF Plus-Fördersatz beträgt für Projekte in NRW bis zu 40 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben. Die Zuschusshöhe beträgt pro Vorhaben und Jahr mindestens 20 000 Euro und höchstens 200 000 Euro. Interessenbekundungen können bis zum 28. Februar 2027 über das Förderportal Z-EU-S eingereicht werden. 

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  Veranstaltungen  

„Aktuelle Entwicklungen der Erlebniswelt Rechtsextremismus“

Fachtagung zu den Ansätzen und Methoden der Präventionspraxis am 6. Oktober

Die Erscheinungsformen der rechtsextremistischen Szene entwickeln sich rasant weiter. Um Jugendliche in ihren Lebenswelten zu erreichen, setzen diese Szenen gezielt auf das Zusammenspiel von Lifestyle, Action und digitalen Trends. Ob in Gaming-Communities, durch KI-generierten Content, mit den Mitteln des Kampfsports oder via Social Media – die Einstiegshürden werden bewusst niedrig gehalten, um demokratiefeindliche Botschaften im Alltag junger Menschen zu normalisieren.

Ziel der Fachtagung ist es, den Transfer von Wissen in konkretes Handeln zu fördern, Erfahrungen aus der Praxis sichtbar zu machen und Antworten auf zentrale Herausforderungen der Präventionsarbeit zu entwickeln:

  • Welche Konzepte und Ansätze haben sich in der Präventionspraxis bewährt?
  • Mit welchen Methoden können Jugendliche in ihren Lebenswelten erreicht werden?
  • Welche Formen tragen dazu bei, demokratische Werte im Bewusstsein junger Menschen zu stärken?

Die Fachtagung, der am 6. Oktober im Fritz-Henßler-Haus in Dortmund stattfindet, richtet sich an Fachkräfte aus der sozialen Arbeit, Schule und außerschulischer Bildung, der Jugendhilfe sowie der Extremismusprävention und Beratung.

Zur Anmeldung und zum Programm

„Arbeitsausbeutung erkennen – und handeln!“

Einladung zum Hearing des Bereichs Soziale Integration am 15. Oktober 

Hinter so manchem Hilferuf, der die Beratungsstellen caritativer Träger erreicht, verbirgt sich Arbeitsausbeutung, mitunter Zwangsarbeit, mitunter sogar Menschenhandel zur Arbeitsausbeutung. Doch viele Betroffene kennen ihre Rechte nicht und sind nicht in der Lage, die Komplexität der Situation zu durchschauen. 

Hinzukommen meist große Angst vor dem Verlust von Einkommen und Wohnung, fehlende soziale Netzwerke, Scham und mitunter auch aufenthaltsrechtliche Probleme. Darauf müssen sich nicht nur Beraterinnen und Berater gründlich vorbereiten, dazu muss sich auch die Caritas insgesamt aufstellen und mit kompetenten Partnerinnen und Partnern in Kirche, Politik und Forschung gezielt vernetzen. 

Der Bereich Soziale Integration des Caritasverbandes im Erbistum Köln lädt deshalb Fach- und Führungskräfte herzlich zum Hearing „Arbeitsausbeutung erkennen – und handeln!“ am 15. Oktober 2026 in der Karl-Rahner-Akademie nach Köln ein 

Zur Anmeldung

Die neue kirchliche Grundordnung in der Diskussion

Einladung zum Dialog-Forum kirchliches Arbeitsrecht 

Welche Auswirkungen hat die kirchliche Grundordnung auf Caritas, Kirche und Mitarbeitende? Welche Herausforderungen ergeben sich für kirchliches Arbeitsrecht, Dienstgemeinschaft und Mitbestimmung?

Im Online-Forum „Kirchliche-Grundordnung.de” erwarten Sie im Herbst 2026 vier spannende Vorträge mit aktuellen Impulsen und Raum für Diskussion. Expert*innen aus Wissenschaft und Praxis beleuchten zentrale Fragen rund um die Zukunft des kirchlichen Arbeitsrechts:

  • Kirchenaustritt und trotzdem im kirchlichen Dienst? – 5. November, 16.30 Uhr
  • Kann man die Wirkung der neuen Grundordnung überhaupt messen? – 18. November, 16.30 Uhr
  • Wie viel Mitbestimmung verträgt die kirchliche Dienstgemeinschaft? – 24. November, 16.30 Uhr

Zum Online-Forum

CaritasCampus

10 Jahre Fort- und Weiterbildungsangebote

„Bildung ist die mächtigste Waffe, um die Welt zu verändern“, erkannte Nelson Mandela. Möglichkeiten, neue Bildungschancen zu nutzen, bietet das CaritasCampus-Programm in Hülle und Fülle. Mehr als 400 Angebote stehen in Präsenz, als Web- oder Online-Seminar für Sie bereit, ergänzt durch gemischte Formate, Inhouse- oder Teamschulungen. Auch Angebote zu Bildungsurlauben des Kölner Diözesan-Caritasverbandes finden Sie im aktuellen Programm.

Weitere Informationen und Tickets

Aktuelle CampusNews lesen

  Klima sucht Schutz  

Umwelttipps in leichter Sprache

Umweltbundesamt ergänzt seine Informationen für Verbraucher*innen

Damit beim Umweltschutz im Alltag alle mitmachen können, hat das Umweltbundesamt sein Angebot der UBA-Umwelttipps um Angebote in leichter Sprache und in Englisch erweitert. Im Angebot ist eine Vielzahl von Themen von „Richtig heizen“ bis „Umweltfreundliche Ernährung“.

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  Politik & Positionen  

„Für eine Arbeitsmarktpolitik, die Teilhabe ermöglicht, Chancen eröffnet, Wertschöpfung fördert und Zusammenhalt stärkt“

„Berliner Erklärung“ der Bundesarbeitsgemeinschaft Integration durch Arbeit

Seit 25 Jahren setzt sich die Katholische Bundesarbeitsgemeinschaft Integration durch Arbeit (BAG IDA) im Deutschen Caritasverband dafür ein, benachteiligten Menschen Teilhabe an Arbeit zu ermöglichen.

Demografischer Wandel, Fachkräftemangel, Digitalisierung, technologische und ökologische Transformation, verfestigte Langzeitarbeitslosigkeit sowie ungleiche Bildungs- und Teilhabechancen stellen die Arbeitsmarktpolitik heute vor neue Herausforderungen. Anlässlich des 25-jährigen Bestehens wurden fünf Leitlinien für eine gute Arbeitsmarktpolitik der Zukunft verabschiedet:

  • Die Würde des Menschen ist Ausgangspunkt und Maßstab guter Arbeitsmarktpolitik.
  • Alle Menschen brauchen Chancen auf Teilhabe an Arbeit.
  • Gute Arbeitsmarktpolitik fragt nicht nur, wie schnell Vermittlung gelingt, sondern vor allem, welche Entwicklung und Teilhabe sie langfristig ermöglicht.
  • Eine zukunftsfähige Arbeitsmarktpolitik muss auch in soziale Strukturen investieren.
  • Eine Arbeitsmarktpolitik, die Menschen Chancen eröffnet und niemanden zurücklässt, stärkt gesellschaftliche Teilhabe und Demokratie.

Zur Berliner Erklärung

Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar

Position des Deutschen Caritasverbands gegen Rechtsextremismus und für Demokratie

Der Deutsche Caritasverband teilt die Auffassung der deutschen Bischöfe, wonach völkischer Nationalismus und Christentum unvereinbar sind. Er hat mit dem Friedensbekenntnis der Caritas gegen Rechtextremismus und für Demokratie selbst Position bezogen.

Das Engagement des Deutschen Caritasverbandes dient entsprechend der Präambel seiner Satzung dem Ziel, Menschen in ihrer Würde zu schützen, das solidarische Zusammenleben in einer pluralen Welt zu fördern und sich in Deutschland und weltweit für ein Leben in Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden einzusetzen.

Das in Art. 3 des Grundgesetzes festgehaltene Gleichheitsgrundrecht, wonach niemand wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen oder auch seiner Behinderung benachteiligt oder bevorzugt werden darf, ist in unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung nicht verhandelbar. Den vermehrten Angriffen auf unseren Rechtsstaat, auf Grund- und Menschenrechte und geltendes EU-Recht, Diskriminierung und Polarisierung setzen wir unsere Vision einer lebendigen Demokratie, die einschließt und Teilhabe für alle ermöglicht, entgegen.

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  Vor Ort  

„Wir machen es trotzdem“

Caritasverband Rhein-Sieg eröffnet Pflegeberatungsbüro in Much

Pflegefachfrauen üben Kritik an geplanter Gesetzesänderung zu Beratung und Bezahlung nach Tarif. „Wir machen es trotzdem“, bekräftigt Judith Finke. Die Fachbereichsleiterin Ambulante Pflege und Beratungsdienste des Caritasverbands Rhein-Sieg eröffnete mit Co-Leiterin Theresia Engel ein Beratungsbüro im Kleverhof in Much. Eine Stelle, an die sich Angehörige von pflegebedürftigen Menschen wenden können.

Mit „trotzdem“ verweist die Pflegexpertin auf den Entwurf des Pflegeneuordnungsgesetzes (PNOG). Das sieht vor, die Pflegeberatung  künftig an die Kostenträger auszulagern. Das bedeutet konkret, dass bald nicht mehr Pflegedienste und -kräfte, sondern Vertreter der Pflegekassen  Beratungsgespräche führen könnten.

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  Medientipps  

Einfache Tätigkeiten überwiegen

IAB-Studie zur Beschäftigung Geflüchteter in deutschen Betrieben

Im Mittelpunkt des IAB-Forschungsbericht 07/2026 steht ein Vergleich zweier Phasen der Fluchtmigration nach Deutschland: die Jahre 2017 und 2018, also nach Beginn des Bürgerkriegs in Syrien 2015, sowie die Jahre 2022 bis 2025, also nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine.

Ein zentrales Ergebnis des Berichts ist, dass sich die Zusammensetzung der Betriebe, in denen die Geflüchteten aus den beiden Phasen der Fluchtmigration nach Deutschland jeweils beschäftigt sind, trotz erheblicher Unterschiede in der demografischen Zusammensetzung der beiden Geflüchtetengruppen, kaum voneinander unterscheidet. 

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