Themen dieser Ausgabe sind u.a.: Caritas verbindet uns – der neue Imagefilm | „NRW-Report Arbeitsmarktpolitik“ der LAG Freie Wohlfahrtspflege | Webinar zur Photovoltaik

Ausgabe 11 – 2026 | 18. Juni 2026

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  Aktuell  

Caritas verbindet uns

Schon gesehen? Der neue Imagefilm der Caritas im Erzbistum Köln

In kleinen Momenten. In großen Krisen. Im echten Leben. Unser neuer Imagefilm zeigt Menschen, die begleiten, stärken und Hoffnung schenken  und Projekte, die überraschen. Von digitaler Teilhabe über Familienhilfe bis zur Begleitung auf dem letzten Weg: Er erzählt von Menschen und ihren Geschichten und gibt Einblicke in die vielfältige Arbeit der Caritas.

Zum Film

Frühzeitige Unterstützung entscheidet über Ausbildungschancen

LAG Freie Wohlfahrtpflege stellt „NRW-Report Arbeitsmarktpolitik“ vor

Für viele junge Menschen in Nordrhein-Westfalen gestaltet sich der Übergang von der Schule in die berufliche Ausbildung zunehmend herausfordernd. Das zeigt der heute veröffentlichte „NRW-Report Arbeitsmarktpolitik“.

Schon im allgemeinbildenden Schulsystem zeigen sich erhebliche Herausforderungen: 2025 verließen 14.400 der Jugendlichen die Schule ohne Abschluss, weitere 11.300 erreichten lediglich den ersten Schulabschluss. Damit verfügt ein wachsender Anteil junger Menschen über geringe schulische Qualifikationen, die den Einstieg in Ausbildung deutlich erschweren. 

„Wenn wir jetzt nicht handeln, verfestigen sich Bildungsarmut und Ausbildungslosigkeit für viele junge Menschen dauerhaft. Entscheidend ist, dass wir früher ansetzen: Benachteiligte Jugendliche brauchen bereits in der Sekundarstufe I eine verlässliche und individuelle Begleitung, damit ihnen der Weg in berufliche Ausbildung nachhaltig gelingt“, sagt Kirsten Schwenke, Vorsitzende der Freien Wohlfahrtspflege NRW.

Ein Teil der Jugendlichen wechselt zunächst in das sogenannte Übergangssystem – etwa in berufsvorbereitende Maßnahmen oder Bildungsgänge an Berufskollegs, die auf eine Ausbildung vorbereiten. Meist sind das junge Menschen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf und in teilweise schwierigen Lebenssituationen.

Aus Sicht der Freien Wohlfahrt braucht es eine frühere Ausrichtung und eine deutliche Ausweitung von „Ausbildungswege NRW“. „Die Daten zeigen, dass viele junge Menschen erst sehr spät Unterstützung erhalten – oft erst dann, wenn sich schwierige Verläufe bereits verfestigt haben. Das müssen wir durchbrechen: Wer früher unterstützt wird, startet stabiler in Ausbildung und hat deutlich bessere Chancen, diese auch erfolgreich abzuschließen“, sagt Ralf Nolte, Vorsitzender des LAG-Arbeitsausschusses Arbeit und Arbeitslosigkeit.

Die Freie Wohlfahrt NRW betont: Unterstützungsangebote müssen künftig stärker differenziert und gezielt auf individuelle Bedarfslagen zugeschnitten werden. Angesichts begrenzter Ressourcen ist es entscheidend, insbesondere diejenigen jungen Menschen zu erreichen, die den dringendsten Unterstützungsbedarf haben.

Gleichzeitig brauchen die Einrichtungen, die diese Unterstützung leisten, verlässliche Rahmenbedingungen. Kurzfristige Förderlogiken, zu kurze Laufzeiten und finanziell nicht ausreichend ausgestattete Programme erschweren eine kontinuierliche Begleitung und gefährden die Qualität der Angebote. 

Frühzeitige Investitionen in individuelle Unterstützung sind daher nicht nur sozialpolitisch geboten, sondern auch eine zentrale Voraussetzung für Fachkräftesicherung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Zudem zeigt der Report, dass frühzeitige Förderung auch spätere Folgekosten vermeiden und die Sozialkassen langfristig entlasten kann.

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  Veranstaltungen  

„Europa to go“ zum Umbau des Mehrjährigen Finanzrahmen 

Online-Update zu den Auswirkungen auf soziale Träger am 24. Juni

Die EU-Kommission hat einen grundlegenden Umbau des Mehrjährigen Finanzrahmens angekündigt. Die geplanten Veränderungen betreffen nicht nur die Finanzarchitektur, sondern haben auch spürbare Auswirkungen auf Förderstrukturen, Programme und die Handlungsspielräume gemeinnütziger und sozialer Träger. Zudem droht eine erhebliche Reduzierung der EU-Mittel für den Sozialbereich, insbesondere für den ESF, was direkte Konsequenzen für Projekte und Träger in Deutschland und dann auch für uns haben könnte.

Die Referentin Dragana von Kaphengst von der ESF-Verwaltungsbehörde im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) informierte bereits beim „Europa to go“ im Januar 2026 über den damaligen Stand der Entwicklungen.

Seither sind die Verhandlungen und Abstimmungsprozesse auf europäischer und nationaler Ebene weiter vorangeschritten. Am 24. Juni gibt von Kaphengst von 8.30 bis 9.30 Uhr ein Update und wird dabei unter anderem auf zukünftige finanzielle Rahmen, auf Steuerungsstrukturen auf Ebene des gesamten NRPPs sowie auf Fragen der Regionalisierung und der leistungsorientierten Mittelerstattung eingehen.

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CaritasCampus

10 Jahre Fort- und Weiterbildungsangebote

„Bildung ist die mächtigste Waffe, um die Welt zu verändern“, erkannte Nelson Mandela. Möglichkeiten, neue Bildungschancen zu nutzen, bietet das CaritasCampus-Programm in Hülle und Fülle. Mehr als 400 Angebote stehen in Präsenz, als Web- oder Online-Seminar für Sie bereit, ergänzt durch gemischte Formate, Inhouse- oder Teamschulungen. Auch Angebote zu Bildungsurlauben des Kölner Diözesan-Caritasverbandes finden Sie im aktuellen Programm.

Weitere Informationen und Tickets

Aktuelle CampusNews lesen

  Klima sucht Schutz  

Photovoltaik: Von der Idee zur Umsetzung

Webinar am 1. Juli zu PV-Anlagen, Speichern und Mieterstrommodellen

Photovoltaik ist für viele Einrichtungen interessant, um Emissionen zu reduzieren und Energiekosten zu sparen. Gleichzeitig können sich bei der Planung, Umsetzung und Inbetriebnahme Fragen und Herausforderungen ergeben. 

Das kostenfreie Fach-Webinar des DiCV-Projekts Klimaschutzkoordination am 1. Juli von 9.30 bis 12.30 Uhr richtet sich sowohl an diejenigen, die sich erstmals mit dem Thema Photovoltaik beschäftigen, als auch Träger, die bereits erste Erfahrungen gesammelt haben oder konkrete Projekte planen. Die Agenda kombiniert einen praxisnahen Überblick mit Raum für vertiefende Fragestellungen:

  • Einführung: Von der Idee zur Entscheidung (Stefan Wiemer – Photovoltaik-Referent des DiCV Köln)
  • Bedarfsorientierte Planung & Systemauslegung (Stefanie Balzarek – avori GmbH)
  • Umsetzung in der Praxis: Von Antrag bis Bauabnahme (Ahmed van Walsem – Matbec GmbH)
  • Nutzung von PV-Strom in vermieteten Immobilien: Modelle & Rahmenbedingungen (Michael Vogtmann – Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie)
  • Best Practice aus der Caritas (Interviews mit Vertreter*innen verschiedener Caritas-Träger)

Zur Anmeldung

Wende im Warenkorb – Vom guten Willen zur guten Praxis

Einladung zum 4. Klima-Forum für Wohlfahrt und Kirche am 6. Oktober in Köln

Willkommen zum fachlichen Austauschforum für klimagerechtes, sozial innovatives und nachhaltiges Handeln in Kirche, Wohlfahrt und Gesellschaft. Perspektiven für zukunftsfähige Beschaffung in Kirche und Wohlfahrt: Das Klima-Forum zeigt, wie wirtschaftliches, ökologisches und soziales Handeln zusammengehen kann. Es zeigt Entwicklungen auf, eröffnet Handlungsalternativen und innovative, praxisnahe Umsetzungsimpulse für verantwortliches Handeln in Kirche, Wohlfahrt und Gesellschaft.

Eingeladen sind am 6. Oktober ins Kölner Maternushaus alle, die sich haupt- oder ehrenamtlich mit Klimaschutz & Nachhaltigkeit befassen oder die Beschaffung verantworten, ob im Management oder auf Referentenebene, insbesondere bei Trägern aus Caritas, Diakonie und weiteren Wohlfahrtsverbänden, aus Kirchengemeinden, Landeskirchen und Diözesen, sowie Vertreter*innen aus Politik und Sozialwirtschaft.

Zur Anmeldung und weiteren Informationen

  Politik & Positionen  

„Wie komme ich an mein Geld?“

Caritas fordert besseren Pfändungsschutz für Menschen in finanzieller Not

Monatlich werden in Deutschland hunderttausende Konten gepfändet. Für viele Betroffene ist das sogenannte Pfändungsschutzkonto (P-Konto) die letzte Absicherung, um Miete, Strom und Lebensmittel bezahlen zu können. Doch in der Praxis scheitert dieser gesetzlich verankerte Schutz oft – an mangelnder Kooperation von Banken, unklaren Zuständigkeiten und an rechtlichen Lücken.

Der Caritasverband für das Erzbistum Köln fordert deshalb bessere gesetzliche Regelungen für P-Konten sowie einen Rechtsanspruch auf Schuldnerberatung: „Unsere Teams in unseren Beratungsstellen erleben täglich, dass Banken trotz klarer gesetzlicher Vorgaben extreme Hürden aufbauen. Konten werden gesperrt, Freibeträge nicht rechtzeitig berücksichtigt und Menschen in existenziellen Notlagen erhalten keinen schnellen Zugang zu ihrem Geld“, sagt Ilias Uyar vom Caritasverband für das Erzbistum Köln.

Um das Existenzminimum zu sichern, werden deshalb die Schuldnerberatungsstellen der Caritas dringend gebraucht. „Aber unsere Kapazitätsgrenzen sind erreicht. Schließlich wächst die Nachfrage nach Unterstützung seit Jahren.“ Deshalb fordert der Caritasverband für das Erzbistum Köln einen gesetzlichen Rechtsanspruch auf kostenlose Schuldner- und Insolvenzberatung sowie eine bedarfsgerechte Finanzierung der Beratungsangebote.

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GEAS braucht starke Schutzrechte

Caritas in NRW zum Gemeinsamen Europäisches Asylsystem

Zum Start der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) forderte die Caritas in NRW, Rechtsstaatlichkeit und Menschenwürde zum Maßstab zu machen. „Die Art und Weise, wie Europa und Deutschland mit Flucht und Migration umgehen, ist ein Maßstab für die Stärke unseres Rechtsstaats und für die Klarheit unserer Werte“, so Frank Johannes Hensel, Diözesan-Caritasdirektor für das Erzbistum Köln. „Jede Ordnung muss der Wahrung der Würde des einzelnen Menschen dienen.“

Die Caritas begrüßt das Ziel der Reform, Zuständigkeiten innerhalb Europas zu regeln und Verfahren stärker zu vereinheitlichen. Zugleich warnt sie davor, neue Vorgehen vor allem auf Abschreckung und beschleunigte Zurückweisung auszurichten. Es muss sicher sein, dass Schutzsuchende die Rechte, die sie haben, auch kennen und wahrnehmen können.

Besonders in Grenz- und Rückkehrverfahren brauche es unabhängige Beratung, Rechtsschutz und Regelungen für vulnerable Menschen. Kritisch bewertet die Caritas zudem Modelle sogenannter „Return Hubs“, bei denen Rückführungsverfahren in Drittstaaten ausgelagert werden.

„Die Reform wird sich daran messen lassen müssen, ob sie Verfahren ordnet, ohne Schutzrechte auszuhöhlen und ohne die Schwächsten aus dem Blick zu verlieren“, betont Stefanie Siebelhoff, Diözesan-Caritasdirektorin für das Bistum Essen.

Die Caritas verweist zudem auf die aktuellen Äußerungen von Papst Leo zur Bedeutung von Migration für Europa. Auch aus christlicher Perspektive müsse sich die europäische Asylpolitik daran ausrichten, die Menschenwürde und den Flüchtlingsschutz zu wahren.

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  Vor Ort  

„Pesch digital“

Kölner Gymnasiasten helfen Senioren bei Smartphone und Laptop

Mehrmals im Jahr gibt es am Gymnasium Pesch eine Beratungsstunde für Senioren, die Hilfe zu Laptop, Smartphone oder Tablet benötigen. Im Jahr 2023 nahm das Projekt „Pesch digital“ seinen Anfang, eine Kooperation zwischen dem Gymnasium und dem Seniorennetzwerk Pesch rund um Koordinatorin Sara Wiesemann vom Kölner Caritasverband. 

„Ich hatte erfahren, dass es am Gymnasium Pesch eine iPad-Klasse gibt, deren Mitglieder dafür ausgebildet sind, andere Schülerinnen und Schüler in der Bedienung und Technik der Geräte zu schulen“, erinnert sie sich. „Meine Idee war: Wenn sie es ihren Mitschülern beibringen, warum nicht auch Senioren?“ Die Lehrerin Corinna Blum, zugleich Koordinatorin für digitale Unterrichtsentwicklung am Gymnasium, nahm den Gedanken auf und besprach ihn mit der Schulleitung – und das Angebot kam ins Rollen.

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  Medientipp  

Der Papst am Kai der Schande

Gastkommentar der Flüchtlingsbeauftragten Irene Porsch zum Umgang mit Migration

Die Kirche mahnt angesichts der EU-Asylreform zur Wahrung der Menschenwürde. Und auch Papst Leo setzte Zeichen auf seiner Spanienreise. Die Flüchtlingsbeauftragte der Caritas im Erzbistum Köln Irene Porsch betrachtet die kirchliche Position.

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Bevölkerungsschutz

Neue Publikation der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb)

Der Bevölkerungsschutz ist eine Säule der gesamtstaatlichen Sicherheitsarchitektur und umfasst sowohl den Katastrophenschutz (Schutz vor naturbedingten und technischen Gefahren) als auch den Zivilschutz (Schutz vor den Auswirkungen kriegsbedingter Auseinandersetzungen). Die Aufgaben und Zuständigkeiten des Bevölkerungsschutzes werden in Deutschland von unterschiedlichen Akteuren und auf verschiedenen staatlichen und gesellschaftlichen Ebenen gemeinsam getragen.

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Geistlicher Machtmissbrauch und sexualisierte Gewalt

Neuerscheinung zu den blinden Flecken in der konfessionellen Wohlfahrtspflege

Ein Sammelband herausgegeben von Astrid Giebel und Bruno Schrage mit Beiträgen von über 50 Autor*innen, die auf die Ursachen, Dynamiken und Folgen von spirituellem und sexuellem Machtmissbrauch in Caritas und Diakonie eingehen. Im Fokus stehen die Fragen, wie (Mit-)Betroffene besser gehört werden können, wie ihnen sensibel begegnet werden kann, wie Institutionen eine Aufarbeitung leisten können und wie durch wirksame Schutzkonzepte zukünftiger Missbrauch verhindert werden kann. Herausgegeben haben den.

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