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Aufruf des Bündnisses Gesamtprogramm Sprache retten
Sprache spielt eine entscheidende Rolle für die gesellschaftliche Teilhabe und die Integration in den Arbeitsmarkt. Angesichts des zunehmenden Fachkräftemangels in Deutschland kann qualifizierte Zuwanderung eine sinnvolle Lösung darstellen. Dies ist jedoch nur möglich, wenn die Sprachförderung als fundamentaler Bestandteil des Integrationsprozesses erhalten bleibt.
Darüber hinaus tragen Sprachkurse entscheidend zur Chancengleichheit bei, indem sie Zugewanderten die Möglichkeit bieten, aktiv am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Besonders in Zeiten wachsender Herausforderungen für den sozialen Zusammenhalt sind umfassend ausgestattete Sprachförderprogramme von großer Relevanz.
Im Rahmen eines Verbändebündnisses, zu dem auch der Deutsche Caritasverband gehört, wurde ein Forderungspapier erstellt, das auf die aktuellen Herausforderungen und erforderlichen Lösungsansätze hinweist:
- Sicherstellung einer ausreichenden Finanzierung des Gesamtprogramms Sprache.
- Erhöhung des Kostenerstattungssatzes, Einführung grundlegender Verwaltungsvereinfachungen sowie eine verlässliche Einhaltung des Zahlungsziels von 30 Tagen für bereits durchgeführte Kurse.
- Gewährleistung von Planungssicherheit für Sprachkursträger und Lehrkräfte.
- Wettbewerbsfähige Gehälter und Arbeitsbedingungen, die dem Qualifikationsniveau der Lehrkräfte gerecht werden.
- Zusätzliche Mittel für die digitale Qualifizierung von Lehrkräften sowie die notwendige Ausstattung der Bildungsträger.
- Ein Rechtsanspruch auf angemessene Sprachförderung für alle Zugewanderten.
- Erhöhung des Gestaltungsspielraums für Träger und Lehrkräfte, um den Lernprozess der Teilnehmenden flexibler und individueller zu gestalten, einschließlich der Integration digitaler Lernformate.
Zum Forderungspapier
Europäischen Gerichtshof sieht keine automatische Distanzierung von Grundwerten
Laut eines Urteils des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) kann es diskriminierend sein, wenn ein kirchlicher Arbeitgeber einem Mitarbeiter wegen eines Kirchenaustritts kündigt. Entscheidend sei unter anderem, ob die Kirchenmitgliedschaft auch von anderen Mitarbeitenden mit den gleichen Aufgaben verlangt werde, urteilten die Richterinnen und Richter in Luxemburg. Außerdem sei zu prüfen, ob die religiöse Anforderung angesichts der Art der ausgeübten Tätigkeit tatsächlich „wesentlich, rechtmäßig und gerechtfertigt“ ist.
Entschieden hat der EuGH über den Fall einer früheren Mitarbeiterin des Sozialdienstes Katholischer Frauen in Wiesbaden. Der Frau war infolge des Kirchenaustritts gekündigt worden. Die Klägerin, eine Sozialpädagogin, war in einer Schwangerschaftsberatung des katholischen Trägers tätig. In ihrem Team arbeiteten zu dem Zeitpunkt ihres Kirchenaustritts jedoch auch zwei Mitglieder der evangelischen Kirche.
Der EuGH sieht für die konkrete Stelle der Frau vor allem nicht gegeben, dass die Kirchenmitgliedschaft wesentlich ist. Dass nicht alle Mitarbeitenden Mitglieder der katholischen Kirche waren, deute darauf hin, dass der Arbeitgeber selbst nicht davon ausgehe, dass eine entsprechende Kirchenzugehörigkeit erforderlich sei. Das Gericht ist zudem der Meinung, dass sich ein Mitarbeiter durch einen Austritt nicht automatisch von den Grundsätzen und Grundwerten der katholischen Kirche distanziere.
Mit seiner Auslegung gibt der EuGH dem Bundesarbeitsgericht Orientierung, welches den konkreten Fall nun entscheiden muss. Das Gericht hatte den EuGH um Auslegung von EU-Recht gebeten.
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Die EU-Vertretung der Caritas in Brüssel lädt am 1. April zu einem Info-Zoom ein
Die EU-Vertretung des Deutschen Caritasverbandes lädt zu einem weiteren „Espresso Europa“ ein. Thema ist die Zukunft des Europäischen Sozialfonds (ESF), des Asyl-Migrations-Integrations-Fonds (AMIF) und die neuen „Nationalen und Regionalen Partnerschaftspläne“ (NRPP) in der nächsten EU-Förderperiode 2028 bis 2034.
Die Verhandlungen in Brüssel laufen auf Hochtouren. Die EU-Vertretung möchte Sie mit dieser „Espresso Europa“-Ausgabe wie immer kurz und bündig auf den aktuellen Stand bringen. Lisa Schüler, Leiterin der EU-Vertretung des DCVs wird in rund 15 Minuten die wichtigsten Entwicklungen und Perspektiven erläutern, danach ist Zeit für einen kurzen Austausch. Interessierte können sich am 1. April, 10 Uhr gerne mit einem Kaffee dazuschalten, es ist keine Anmeldung erforderlich.
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CaritasStiftung im Gespräch informiert über die Patientenverfügung
Ein schwerer Unfall, ein Schlaganfall oder eine unerwartete Erkrankung kann jeden treffen. Wer dann nicht mehr selbst entscheiden kann, ist darauf angewiesen, dass andere im seinem Sinne handeln. Genau hier schafft eine Patientenverfügung Orientierung. Sie hält fest, welche medizinischen Maßnahmen gewünscht sind und welche nicht. Das stärkt die Selbstbestimmung und entlastet zugleich Angehörige, die in schwierigen Situationen oft unter großem Entscheidungsdruck stehen.
Trotzdem schieben viele Menschen das Thema vor sich her, häufig aus Unsicherheit. Was gehört in eine Patientenverfügung? Wie konkret sollte sie formuliert sein? Und wie lässt sich die eigene Haltung, auch aus christlicher Perspektive, darin gut abbilden?
Helene Maqua vom Caritasverband für das Erzbistum Köln informiert am 14. April von 17 bis 18.30 Uhr online darüber, worauf es bei einer Patientenverfügung ankommt, welche Aspekte bedacht werden sollten und warum es sinnvoll ist, sich frühzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Zur Anmeldung
Save the Date: Abschlussveranstaltung im Projekt Saltho am 17. Juni
Seit zwei Jahren setzt sich das Projekt SALTHO für Suizidprävention in der Altenhilfe sowie in der hospizlich-palliativen Versorgung ein. Zum Abschluss lädt das Projektteam zu einem Fachtag in Köln ein.
Geplant sind Einblicke in die Projektergebnisse, aktuelle Erkenntnisse aus Forschung und Praxis sowie vertiefende Workshops mit erfahrenen Expert*innen, darunter Themen wie die Begleitung von An- und Zugehörigen, konkrete Hilfs- und Handlungsmöglichkeiten sowie der Umgang mit Anfragen nach Suizidassistenz.
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10 Jahre Fort- und Weiterbildungsangebote
„Bildung ist die mächtigste Waffe, um die Welt zu verändern“, erkannte Nelson Mandela. Möglichkeiten, neue Bildungschancen zu nutzen, bietet das CaritasCampus-Programm in Hülle und Fülle. Mehr als 400 Angebote stehen in Präsenz, als Web- oder Online-Seminar für Sie bereit, ergänzt durch gemischte Formate, Inhouse- oder Teamschulungen. Auch Angebote zu Bildungsurlauben des Kölner Diözesan-Caritasverbandes finden Sie im aktuellen Programm.
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Caritas unterstreicht Bedeutung des Klimaschutzprogramms der Bundesregierung
Der Deutsche Caritasverband begrüßt, dass die Bundesregierung bis zuletzt hinter den Türen des Kanzleramts verhandelt hat, um ihr überfälliges Klimaschutzprogramm möglichst zielgenau auf die Einsparung fossiler Energien auszurichten. Insgesamt 67 Maßnahmen sollen bis zum Jahr 2030 mehr als 25 Millionen Tonnen CO2 zusätzlich einsparen, die Klimaziele des Jahres 2030 erreichbar und Deutschland endlich unabhängiger von Öl- und Gas-Importen aus Krisenregionen machen.
Allerdings bedauert der größte deutsche Wohlfahrtsverband, dass eine Förderlinie für Pflegeeinrichtungen, Kitas und andere Gebäude im Sozialsektor fehlt. Aus Sicht des Caritasverbandes fehlt es hier an der notwendigen Konsistenz. Zwar hilft die angekündigte Förderung des Ausbaus der Fernwärme, die Zielerreichung im Gebäudesektor zu erreichen. Die energetische Sanierung der mehr als 100.000 Gebäude der Einrichtungen und Dienste des Sozialsektors wurde aber ausgeklammert.
Ohne energetische Sanierung geht es nicht. Mit der Sanierung von Kitas, Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen oder Einrichtungen der Behindertenhilfe ließen sich rund 4 Millionen Tonnen CO2 einsparen und zugleich die Lebensbedingungen der Menschen verbessern, die besonders unter den Folgen des Klimawandels leiden. Die nachhaltige Senkung von Energiekosten in diesem Bereich ist eine dauerhafte Entlastung auch für die Kostenträger – für Krankenversicherung, Rentenversicherung und Kommunen.
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Caritas-Präsidentin fordert eine Pflicht für klimaschonende Heizungen
Emissionsarme Heizungen entlasten nach Ansicht der Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa nicht nur die Umwelt, sondern auch den Geldbeutel. Angesichts steigender Energiepreise müsse es eine Pflicht für energieeffiziente Systeme geben.
Die „Wärmewende“ schütze nicht nur das Klima, sondern verringere auch die Abhängigkeit von internationalen Ölmärkten und schone den Geldbeutel der Verbraucher*innen, ergänzte die Verbandschefin. Welskop-Deffaa verwies zur Begründung auf den 7. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung.
Die Daten des Berichts zeigten eine problematische Kluft: „Schon heute belaufen sich die Kosten für Wohnenergie in Haushalten mit einem Einkommen unter 1.300 Euro auf zehn Prozent ihrer Gesamtausgaben“, sagte sie. Bei Haushalten mit einem Monatseinkommen über 5.000 Euro liege dieser Anteil hingegen unter fünf Prozent.
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Caritas kritisiert Pläne der Bundesregierung zur Streichung von Integrationskursen
Die Caritas kritisiert Pläne des Bundesinnenministeriums, unabhängige Asylverfahrensberatung zu streichen und den Zugang zu Integrationskursen einzuschränken. In einem Interview mit dem Domradio erläutert Irene Porsch, Flüchtlingsbeauftragte der Caritas im Erzbistum Köln, die Konsequenzen und Risiken dieser Entscheidung.
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Besonders bitter ist die Situation in Nordrhein-Westfalen: Hier hatte sich das Land bereits 2025 mit Verweis auf die Bundesförderung schrittweise aus der Finanzierung zurückgezogen. Sollte der Bund seine Mittel tatsächlich vollständig streichen, stünden viele Beratungsangebote vor dem endgültigen Aus.
Die Caritas in NRW fordert daher Bund und Land auf, die Finanzierung der behördenunabhängigen Asylverfahrensberatung im Bundeshaushalt 2027 verlässlich sicherzustellen und die bestehenden Strukturen zu erhalten. "Diese Beratung stabilisiert das Zusammenleben vor Ort, entlastet Kommunen und stärkt die Rechtsstaatlichkeit. Sie ist kein Luxus, sondern eine Grundvoraussetzung für ein funktionierendes Asylsystem" unterstrich Stefanie Siebelhoff, Diözesan-Caritasdirektorin im Bistum Essen für die Caritas in NRW.
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Auch Oliver Müller, Vorstand Internationales, Migration und Katastrophenhilfe beim Deutschen Caritasverband warnt vor den gravierenden Folgen für die Betroffenen, den Rechtsstaat und die Funktionsfähigkeit des Asylsystems.
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Caritas, Klima-Allianz Deutschland und WWF bilanzieren ein Jahr Sondervermögen
Ein Jahr nach dem Beschluss des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität ziehen Klima-Allianz Deutschland, Caritas und WWF eine kritische Bilanz. Die klimafreundliche Modernisierung unseres Landes stockt, da bisher viel zu wenig Geld in zentrale Zukunftsaufgaben wie die energetische Sanierung von Schulen, Pflegeeinrichtungen oder Bahnstrecken fließt.
Das Bündnis fordert von der Bundesregierung, die rechtlichen Vorgaben des Sondervermögens einzuhalten und zusätzliche Mittel konsequent für Klimaschutz, soziale Infrastruktur und Zukunftsinvestitionen einzusetzen.
Friedrich von Schönfeld, Vorstand Finanzen und Recht des Deutscher Caritasverbandes unterstrich dabei: „Bisher nutzt die Bundesregierung die staatlichen Milliarden kaum, um Kitas, Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen oder Einrichtungen der Behindertenhilfe auf den neusten Stand zu bringen. Dabei geht es bundesweit um mehr als 100.000 Gebäude. Wenn wir diese Häuser mit einer besseren Dämmung, moderner Heiztechnik und Solaranlagen ausstatten, entsteht ein enormes Potenzial für den Klimaschutz. Gleichzeitig sinken für die Träger die Energiekosten, es entstehen wichtige Aufträge für das heimische Handwerk und der Sozialstaat wird dauerhaft entlastet.
Die notwendigen Investitionen können gemeinnützige Träger jedoch nicht allein stemmen. Hier ist die Politik gefordert. Wir erwarten, dass die Bundesregierung jetzt nachsteuert, und fordern ein eigenständiges Förderprogramm zur energetischen Sanierung von Sozialimmobilien der Freien Wohlfahrtspflege.“
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Vor einem Jahr wurde der Lotsenpunkt in Siegburg eröffnet
Sie helfen beim Ausfüllen von Anträgen jeglicher Art, beim Verstehen von Behördenschreiben und hören zu, wenn es um Krisensituationen im Alltag geht. Seit einem Jahr gibt es den Siegburger Lotsenpunkt. Zwölf ehrenamtliche Lotsinnen unterstützen alle, die Hilfe benötigen, in den unterschiedlichsten Lebenslagen. Jeden Montagvormittag sind jeweils zwei von ihnen in der früheren Werktagkapelle der Sankt-Elisabeth-Kirche anzutreffen.
Die Angebote der Lotsenpunkte sind offen für alle Menschen, unabhängig von Alter, Religion oder Sprache, betonen die Lotsinnen. Anmeldungen sind möglich, aber nicht notwendig; in den offenen Zeiten kann jeder zu einer vertraulichen Beratung vorbeikommen.
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Im Erzbistum Köln gibt es mittlerweile mehr als 60 Lotsenpunkte – Tendenz steigend. Erst in der vergangenen Woche wurde ein neues Beratungsangebot im Pfarrhaus St. Kunibert in Heimerzheim eröffnet. Ob in finanziellen und psychischen Krisen, Einsamkeit oder bei Problemen in Partnerschaft und Familie: In den drei Anlaufstellen in Heimerzheim, Morenhoven und Odendorf finden Betroffene Gesprächsmöglichkeiten und weiterführende Hilfen.
Ökumenisches Projekt in Erkrath
Gemeinsam haben die evangelische Kirchengemeinde Erkrath-Unterbach und die Begegnungsstätte Gerberstraße der Caritas das Projekt „Plauderbank“ ins Leben gerufen – einen barrierefreien, kostenfreien Treffpunkt, an dem jede und jeder willkommen ist. Die jetzt eingeweihten Bänke vor Haus Bavier und der Begegnungsstätte laden zum Sitzen, Zuhören und Austauschen ein und richten sich an ältere Menschen, die häufig von Einsamkeit und sozialer Isolation betroffen sind, aber auch an alle anderen Altersgruppen, die gerne mit ihren Mitmenschen in ein zwangloses Gespräch kommen möchten.
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