Themen dieser Ausgabe sind u.a.: 20 Millionen Stimmen fordern einen gerechten Sozialstaat | Grüngasquote verschärft Energiearmut | Caritas-Osterferienzirkus in Ratingen

Ausgabe 05 – 2026 | 12. März 2026

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  Aktuell  

20 Millionen Stimmen fordern einen gerechten Sozialstaat

In Zeiten multipler Krisen warnt ein gesellschaftliches Bündnis vor Einschnitten

Vierzehn zivilgesellschaftliche Organisationen mit gemeinsam über 20 Millionen Mitgliedern haben ein Bündnis für einen starken und zukunftssicheren Sozialstaat gegründet. Das Sozialstaatsbündnis kritisiert die zunehmende Schieflage in der politischen Debatte, in der der Sozialstaat wiederholt als unfinanzierbar oder als reiner Kostenfaktor dargestellt wird. Die Initiative setzt dem eine positive, faktenbasierte Perspektive entgegen: Der Sozialstaat ist nicht nur finanzierbar, sondern essentiell für sozialen Frieden, wirtschaftliche Teilhabe und demokratische Stabilität.

Das Bündnis hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov mit einer Umfrage beauftragt, um herauszufinden, wie die Menschen in Deutschland zu den Themen Sozialstaat, Rente, Pflege, Facharzttermine und Wohnen stehen.

Zu den wichtigsten Ergebnissen zählt die breite Unterstützung für einen starken Sozialstaat: 79 Prozent der Befragten sagen, dass ein leistungsfähiger Sozialstaat den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt. Eine deutliche Mehrheit von 73 Prozent spricht sich dafür aus, Menschen mit sehr hohen Vermögen stärker als bisher zu seiner Finanzierung heranzuziehen.

Nahezu einhellig ist die Meinung beim Thema Pflege: 95 Prozent halten eine menschenwürdige stationäre und ambulante Versorgung für notwendig, die niemanden finanziell überfordert. Trotz anhaltender Debatten und Desinformationskampagnen wäre mehr als die Hälfte der Befragten bereit, höhere Beiträge zu zahlen, wenn dadurch die eigene Rente steigt. Auch bei der Vergabe von Facharztterminen plädiert eine klare Mehrheit von 77 Prozent für eine strikte Gleichbehandlung von gesetzlich und privat Versicherten.

Das Sozialstaatsbündnis fordert von der Bundesregierung, mehr für die ökologische Transformation zu leisten und dringend notwendige Schritte sozial gerecht zu gestalten – mit fairer Lastenverteilung und sicheren Übergängen für Beschäftigte und Regionen.

Das Sozialstaatsbündnis verfolgt fünf zentrale Ziele:

  1. Starke, solidarisch finanzierte soziale Sicherungssysteme:
    Ein guter Sozialstaat braucht eine solidarische und verlässliche Finanzierung guter Renten, Gesundheitssysteme und Pflege. Hochvermögende sollen ihren Beitrag stärker leisten, kleine und mittlere Einkommen entlastet werden.
  2. Handlungsfähiger Sozialstaat in Bund, Land und Kommune:
    Leistungsfähige öffentliche Daseinsvorsorge – von Bildung über Gesundheit bis Wohnraum – stärkt das Vertrauen in Staat und Gesellschaft.
  3. Gute Arbeit und soziale Absicherung:
    Tarifbindung stärken, faire Mindestlöhne sichern und Arbeitsbedingungen ausbauen sowie Arbeitsmarktpolitik, die Beschäftigte bei Wandel und Übergängen unterstützt.
  4. Armut wirksam bekämpfen und Teilhabe fördern:
    Soziale Ungleichheit verringern, Inklusion vorantreiben und den Zugang zu Bildung für alle ermöglichen.
  5. Klimaschutz mit sozialer Sicherheit verbinden:
    Ökologische Transformation muss sozial gerecht gestaltet werden – mit fairer Lastenverteilung und sicheren Übergängen für Beschäftigte und Regionen.

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Zentraler Wertekompass

Pax-Bank für Kirche und Caritas veröffentlicht neuen Ethikkodex

Die Pax-Bank für Kirche und Caritas veröffentlicht die vierte Auflage ihres Ethikkodex. Der Kodex, erstmals im Jahr 2003 von der Pax-Bank herausgegeben, wurde grundlegend überarbeitet. Der Anlass war die Fusion der Bank für Kirche und Caritas mit der Pax-Bank im vergangenen Jahr. Der Ethikkodex dient als zentraler Wertekompass der christlich-nachhaltigen Bank. Zusammen mit der Bankstrategie bildet er eine Grundlage für sämtliche Entscheidungen und Handlungen.

Zum Ethikkodex

  Veranstaltungen  

„Was tun im Erbfall?"

CaritasStiftung im Gespräch gibt Orientierung bei der Nachlassregelung

Nach einem Todesfall kommt vieles gleichzeitig. Trauer, Organisation, Papierkram. Und die Angst, etwas Wichtiges zu über-sehen. Welche Unterlagen brauche ich sofort? Was muss ans Standesamt, zur Bank, zur Versicherung? Und was sollte ich besser erst prüfen, bevor ich unterschreibe oder Entscheidungen treffe? CaritasStiftung im Gespräch informiert Interessierte umfassend rund um das Thema: „Was tun im Erbfall? Orientierung und To-dos von den ersten Tagen bis zur Nachlassregelung“

Die Veranstaltung findet in Präsenz am 18. März von 17 bis 18.30 Uhr bei der CaritasStiftung für das Erzbistum Köln statt. Anmeldungen sind bis zum 13. März möglich. Die Teilnehmendenzahl ist begrenzt, es zählt die Reihenfolge der Anmeldung.

Zur Anmeldung

Aktionstage Arbeitsmarktpolitik

Save the Date der Freien Wohlfahrtspflege NRW: 28. bis 30 September

Seit Jahren wird der Eingliederungstitel der Jobcenter für Einsparungen genutzt – mit gravierenden Folgen für arbeitslose Menschen und für die soziale Infrastruktur in Nordrhein‑Westfalen. Die angekündigten Haushaltsengpässe für das Jahr 2027 lassen erwarten, dass sich dieser Trend weiter verstärkt.

Mit landesweiten Aktionstagen will die Freie Wohlfahrtspflege NRW dem entgegentreten und ruft deshalb zu dezentralen Aktionstagen am 28. und 29. September auf. Alle Träger sind aufgerufen, eigene Aktionen vor Ort zu gestalten, zum Beispiel Gespräche mit Mitgliedern des Deutschen Bundestages, Tage der offenen Tür, Werkstattführungen, Projekteinblicke, Gespräche mit Teilnehmenden oder Berichte über Erfolgsgeschichten sowie Medienaktionen.

Die LAG Freie Wohlfahrtspflege NRW unterstützet mit Materialien, Beratung und der Einbindung Ihrer Aktionen in die landesweite Medienarbeit. Ihre Beteiligung bewirkt, dass die Forderungen in den Haushaltsberatungen gehört werden, dass Politik und Gesellschaft sich öffentlich solidarisieren und dass die Arbeit der Träger regional und landesweit sichtbar wird: Arbeitsmarktintegration braucht eine verlässliche und starke Finanzierung.

CaritasCampus

10 Jahre Fort- und Weiterbildungsangebote

„Bildung ist die mächtigste Waffe, um die Welt zu verändern“, erkannte Nelson Mandela. Möglichkeiten, neue Bildungschancen zu nutzen, bietet das CaritasCampus-Programm in Hülle und Fülle. Mehr als 400 Angebote stehen in Präsenz, als Web- oder Online-Seminar für Sie bereit, ergänzt durch gemischte Formate, Inhouse- oder Teamschulungen. Auch Angebote zu Bildungsurlauben des Kölner Diözesan-Caritasverbandes finden Sie im aktuellen Programm.

Weitere Informationen und Tickets

Aktuelle CampusNews lesen

  Klima sucht Schutz  

Die Sonne ist steuerfrei

Erneuerbare Energien für gemeinnützige Akteure steuerlich unschädlich

Gute Nachrichten für den Klimaschutz in der Sozialwirtschaft: Seit dem 1. Januar 2026 gefährdet der Betrieb von Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien (z. B. Solaranlagen) nicht mehr die Gemeinnützigkeit von Organisationen und Verbänden. Das hat die Bundesregierung im Rahmen des Steueränderungsgesetzes 2025 geregelt.

Was sich ändert: Gemeinnützige Träger können Solaranlagen und andere Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie errichten und betreiben, ohne dass dies automatisch als wirtschaftliche Tätigkeit gilt, die den Status gefährdet. 

Weitere Informationen

Grüngasquote verschärft Energiearmut

Studie von Caritas und Prognos: Einkommensschwächste finanziell stark belastet

Der deutsche Caritasverband hat eine Kurzstudie bei der Prognos AG in Auftrag gegeben, die zeigt, dass die im Gebäudemodernisierungsgesetz vorgeschlagene Grüngasquote („Bio-Treppe“) ab 2029 für Menschen, die in einer Wohnung oder einem Haus mit Gasheizung wohnen und zu den einkommensschwächsten 10 Prozent der Bevölkerung gehören, eine Mehrbelastung von 8,62 Euro im Monat und ca. 103 Euro im Jahr kommen kann.

Im Durchschnitt der Dezile müssen Verbraucherinnen und Verbraucher mit Mehrkosten von 14,40 Euro im Monat und 173 Euro im Jahr rechnen. Die vorgeschlagenen Grüngasquoten verschärfen somit Energiearmut und vernachlässigen den Schutz von Mieterinnen und Mietern.

Zur Studie und weiteren Informationen

  Politik & Positionen  

„Chancen einer sozial-gerechten Klimapolitik konsequent nutzen“

Gemeinsame Forderungen der Sozial- und Wohlfahrtverbände sowie der Klima-Allianz Deutschlands

Die Bundesregierung ist verpflichtet, bis zum 25. März ein überarbeitetes Klimaschutzprogramm vorzulegen, mit dem die Klimaziele erreicht werden können.Kurz vor Ablauf der gesetzlichen Frist fordern Sozial- und Wohlfahrtsverbände gemeinsam mit der Klima-Allianz Deutschland, dass die Chancen und finanziellen Vorteile ambitionierter Klimapolitik allen Menschen zugutekommen.

Das Klimaschutzprogramm und der Klima-Sozialplan müssen gewährleisten, dass Investitionen in erneuerbare Energien, effiziente Gebäude und klimaneutrale Mobilität spürbare Entlastungen bringen, insbesondere bei Haushalten mit geringem Einkommen. Die Bundesregierung steht nun in der Verantwortung, die Chancen einer konsequenten Klimapolitik für alle zu ermöglichen.

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  Vor Ort  

„Frühling der Generationen“ startet mit Modenschau

Secondhand-Mode aus dem Düsseldorfer Kaufhaus Wertvoll

Im Garten des Sozialkaufhauses Wertvoll von der Caritas ist ein roter Teppich ausgerollt. Rundherum haben am Dienstagnachmittag Gäste auf Stühlen Platz genommen. Auf dem Programm steht eine generationenübergreifende Modenschau. Models aller Altersklassen präsentieren Mode, die jeder im Kaufhaus Wertvoll finden kann.

Für ihren Auftritt bekommen die 16 Models am Nachmittag sehr viel Applaus. Es ist sonnig und warm, manchen mag das Angebot auf dem Laufsteg auch zum Stöbern im Kaufhaus Wertvoll animiert haben. Jeder darf in diesem besonderen Kaufhaus zugreifen und einkaufen, mit einem Düsselpass gibt es außerdem Vergünstigungen. Die Bandbreite ist groß. Aus alt wird anders, heißt es von den Betreibern. Das gefällt auch den Jugendlichen bei ihrer Modenschau. Weniger wegwerfen und nicht immer neu kaufen, wer hier etwas findet, gibt ausgedientem ein neues Leben.

Insgesamt umfasst das Caritas-Angebot der „Frühling der Generationen“ 19 Veranstaltungen für Jung und Alt.

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Caritas-Osterferienzirkus

Spiel- und Sportangebot für Kinder in Ratingen

Die Abteilung Integration des Caritasverbandes für den Kreis Mettmann bietet im Rahmen der Kampagne „Vielfalt. viel wert“ wieder ihr Spiel- und Sportangebot „Osterferienzirkus“ für Kinder aus Ratingen an.

Der Mitmachzirkus betreut von Osterdienstag, 7. April, bis Freitag, 10. April, jeweils zwischen 9 und 15 Uhr bis zu 30 Teilnehmende ab sieben Jahren. Insbesondere Kinder aus Geflüchteten- und Zuwanderungsfamilien, aber auch alle anderen Interessierten können dabei sein, wenn es gilt, auf großen Bällen zu laufen, zu jonglieren, auf dem Einrad zu fahren, zu balancieren oder auf Stelzen zu laufen und vieles mehr.

Die Teilnahme ist kostenlos, mitzubringen sind sporthallentaugliche Turnschuhe sowie täglich ein Beitrag zum Mittagsbuffet, denn die Teilnehmenden werden gemeinsam essen und können so landestypische Speisen kennenlernen. Sprachbarrieren sind kein Problem. Den Kindern bieten sich vielfältige Spielmöglichkeiten, die sie ausprobieren können. Veranstaltungsort ist die Turnhalle der Martin Luther King-Schule in Ratingen-West.

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  Medientipps  

Mehr arbeiten versus Teilzeitanspruch

IAB-Forum zur Debatte um Arbeitszeiten 

In Deutschland sind sowohl die Beschäftigungsquote als auch die insgesamt geleisteten Arbeitsstunden so hoch wie nie. Trotzdem häufen sich Forderungen nach längeren Arbeitszeiten und einer Einschränkung des Rechts auf Teilzeit. Angesichts der demografischen Entwicklung würde es helfen, insgesamt mehr zu arbeiten, um den künftigen Personalbedarf zu decken und so unseren Wohlstand zu sichern. Wenn Teilzeitarbeit jedoch gesetzlich eingeschränkt wird, besteht die Gefahr, dass viele Menschen gar nicht mehr oder weniger arbeiten. Damit blieben wichtige Beschäftigungspotenziale ungenutzt.

Zum IAB-Forum

Wie erwerbsfähig sind Langzeitarbeitslose?

IAB-Studie mit Ergebnissen aus der OnJob-Befragung der Jobcenter

Die Mehrheit der Jobcenter-Beschäftigten betreut Leistungsberechtigte, die aus ihrer Sicht nicht erwerbsfähig sind. Gesundheitliche Einschränkungen sind unter Grundsicherungsbeziehenden weit verbreitet und mindern ihre Erwerbschancen teils erheblich. Diese Beeinträchtigungen gehen teils so weit, dass die Jobcenter – laut einer Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) – mehrheitlich an der Erwerbsfähigkeit vieler Leistungsbeziehenden zweifeln.

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