Themen dieser Ausgabe sind u.a.: Neue Koordinationsstelle der Caritas in NRW | „KI und Innovation“-Projekt der Caritas im Erzbistum Köln | Grundgesetzänderungen schnell auf den Weg zu bringen

Ausgabe 02 – 2026 | 29. Januar 2026

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  Aktuell  

„Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen“

Caritas eröffnet Jahreskampagne 2026

Die Caritas in Deutschland stellt das Jahr 2026 unter das Thema gelingender Generationenbeziehungen. Unter dem Motto „Zusammen geht was. Caritas verbindet Generationen“ werden Mitgliedsverbände und Einrichtungen der Caritas bundesweit das ganze Jahr über für ein Füreinander und Miteinander der Generationen werben: in Generationencafés und Lesepatenprogrammen, mit Jugendfreiwilligendiensten und Projekten der youngcaritas. Die Kampagne, deren Symbol zwei Schuhe eines Caritas-Generationen-Paars auf rotem Schuhkarton sind, wird mit Veranstaltungen in Passau, Freiburg, Dortmund und Schwerin eröffnet. Im Laufe des Jahres sollen bundesweit 10.000 Schuhpaare auf zu Generationenpyramiden gestapelten roten Schuhkartons die Begegnungsorte der Caritas sichtbar machen.

„Wir wagen die Gegen-Utopie gegen die populäre Rede der unvermeidlichen Spaltungen. Wir machen die Realität des gelingenden Miteinanders von Alt und Jung als gesellschaftliche Superkraft sichtbar. Die großen Herausforderungen unserer Zeit sind nur im Miteinander und Füreinander der Generationen zu bewältigen! Das gilt für den Klimawandel und die Folgen der Pandemie genauso wie für die Verteidigung unserer freiheitlichen Ordnung und für die Wahrung des sozialen Friedens,“ erklärte Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa beim Kampagnenauftakt in Passau.

Der Deutsche Caritasverband stellt zum Kampagnenstart seine fünf zentralen Forderungen für einen starken Sozialstaat aller Generationen vor: Reformen der Sozialversicherungen, die das Vertrauen aller Generationen stärken; eine Familien- und Bildungspolitik, die allen Kindern und Jugendlichen gleiche Teilhabechancen bietet und gesellschaftliche Mitverantwortung fördert; die Schaffung von Begegnungsräumen und Stärkung des Ehrenamts; und eine nachhaltige Klimasozialpolitik.

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Caritas in NRW stärkt politische Interessenvertretung

Neue Koordinationsstelle in Düsseldorf nimmt ihre Arbeit auf

Die Caritas in Nordrhein-Westfalen baut ihre sozialpolitische Interessenvertretung weiter aus und setzt damit einen wichtigen Meilenstein für wirksames Lobbying im Politikbetrieb. Zum 1. Februar nimmt eine neu geschaffene Koordinationsstelle der Caritas in NRW in Düsseldorf ihre Arbeit auf. Mit Angelika Wagner und Giulia Maira übernehmen zwei erfahrene Caritas-Mitarbeiterinnen diese Aufgabe gemeinsam – jeweils mit einem Stellenumfang von 50 Prozent.

„Politische Repräsentanz ist wichtig, damit aus fachlich richtigen Anliegen auch politisch und gesellschaftlich wirksame Anliegen werden. Sie sorgt für Zugang, Übersetzung und Glaubwürdigkeit als Grundvoraussetzung dafür, dass aus guten Worten für soziale Belange auch gute politische Taten folgen“, betont Dr. Frank Johannes Hensel, Sprecher der Caritasdirektoren in NRW. „Mit der neuen Koordinationsstelle stärken wir gezielt unsere sozialpolitische Überzeugungskraft.“

Das Düsseldorfer Koordinationsbüro unterstützt künftig die sozialpolitische Netzwerkarbeit der Caritas in NRW gegenüber der Landespolitik in Abstimmung mit der Landesarbeitsgemeinschaft Freie Wohlfahrtspflege (LAG FW) und dem Katholischen Büro der NRW-Bistümer. Zu den Aufgaben gehören die federführende Vor- und Nachbereitung politischer Gespräche, von Veranstaltungen und Kontakten, deren Auswertung sowie die Sicherstellung eines reibungslosen Informationsflusses innerhalb der verschiedenen Netzwerke.

Darüber hinaus führen die Koordinatorinnen die Geschäfte der Konferenz der Direktor_innen der Diözesan-Caritasverbände und stärken die interne Vernetzung. Ziel ist es, die Zusammenarbeit der Diözesan-Caritasverbände Aachen, Essen, Köln, Münster und Paderborn stetig weiterzuentwickeln und die gemeinsame sozialpolitische Interessenvertretung zu stärken.

„Wir haben in den vergangenen Jahren wichtige strukturelle Weichen für mehr Synergie und Effizienz in der Zusammenarbeit auf NRW-Ebene gestellt. Die Koordinationsstelle ist da ein weiterer konsequenter Schritt, um die Arbeit in der Praxis spürbar zu verbessern“, betont Hensel.

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Familien Hoffnung und Zukunft geben

Ehe- und Familienfonds des Erzbistums Köln fördert innovative Projekte

Katholische Kirchengemeinden, Verbände, Einrichtungen und Dienste im Erzbistum Köln sind aufgerufen, Förderanträge beim Ehe- und Familienfonds des Erzbistums einzureichen. Zum Zuge kommen innovative Projekte, die nicht bzw. noch nicht zum finanziell gesicherten kirchlich – caritativen Angebot zählen. Dazu zählen Maßnahmen und Beratungsaktivitäten katholischer Einrichtungen und Dienste für Familien – beispielsweise im Bereich der „Frühen Hilfen“, Hilfen für Familien mit kleinen Kindern, Beratung von besonders belasteten Familien, Modelle von Familienpatenschaften, Hilfen für Kinder suchtbelasteter und psychisch kranker Eltern, sexualpädagogische Projekte, Angebote für alleinerziehende Eltern oder auch Projekte der interkulturellen bzw. interreligiösen Begegnung von Familien.

Förderanträge für die Jahre 2026 und 2027 können bis zum 27. März dieses Jahres beim Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln eingereicht werden. Eine Förderzusage erhalten förderfähige Projekte etwa Ende Mai 2026.

Weitere Informationen und Antragsformular

„Zusammenhalt stärken – Menschen verbinden“

Zweiter Förderaufruf im ESF Plus-Programm

Das Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend weist auf den bis Ende des Jahres laufenden zweiten Förderaufruf im ESF Plus-Programm „Zusammenhalt stärken – Menschen verbinden“ hin. Ausschließlich Kommunen, also Gemeinden, Landkreise, kreisfreie Städte und Bezirke in einem Stadtstaat (= Gebietskörperschaft) können sich für eine Förderung bewerben. Kooperationen mit einem Partner und die Weiterleitung von Fördermittel beispielsweise an Verbände der Wohlfahrtspflege sind möglich. Träger der Caritas sollten daher bei Interesse an einer Projektentwicklung auf die Kommunen zugehen

Die ESF-Regiestelle des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat zum Antragsverfahren Informationen auf seiner Internetseite veröffentlicht und steht für Anfragen zum Bewerbungsverfahren zur Verfügung. Bis zum 31. Dezember sind Bewerbungen über das Förderportal Z-EU-S möglich.

Zum Förderportal

  Veranstaltungen  

Den ESF zukunftsfähig und wirkungsvoll gestalten

Digitaler Dialog zur Zukunft des Europäischen Sozialfonds am 3. März 

Der LAG FW Arbeitsausschuss Arbeit/Arbeitslosigkeit und der Fachausschuss Europäische Arbeitsmarkt- und Strukturpolitik laden am 3. März von 12 bis 13 Uhr zum digitalen Dialog zur Zukunft des Europäischen Sozialfonds (ESF) ein. In diesem kompakten Format wird Daniel Odinius, Leiter der ESF-Bundesverwaltungsbehörde im Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), einen Einblick in den aktuellen Stand der Umbaupläne des nächsten mehrjährigen Finanzrahmens geben, die spürbare Auswirkungen auf den ESF haben.

Eingeladen sind alle am ESF interessierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Freien Wohlfahrtspflege. Die Veranstaltung richtet sich auch explizit an Vorstände, Leistungskräfte und Personen, die strategische Entscheidungen in ihren Einrichtungen treffen.

Zur Anmeldung

Barrierefreie Krisenresilienz

Online-Vortragsreihe der „Initiative Inklusive Katastrophenvorsorge“

Aktuelle Daten und Ereignisse zeigen, dass im Kontext der Katastrophenvorsorge nicht alle Teile der Bevölkerung gleichermaßen mitgedacht werden. Vielfach werden Menschen aufgrund von Behinderungen, Alter, Migrationshintergrund, sozio-ökonomischer Lebenssituation oder Geschlecht in der Praxis in Einsatzvorbereitungen und -planungen nur unzureichend berücksichtigt. 

Die Initiative „Inklusive Katastrophenvorsorge Baden-Württemberg“ will mit einer Vortragsreihe darauf reagieren. Expert_innen aus vielfältigen Bereichen werden darin über ihre Erfahrungen berichten und Ansätze für eine inklusive Katastrophenvorsorge vorstellen.

Zur Anmeldung

CaritasCampus

10 Jahre Fort- und Weiterbildungsangebote

„Bildung ist die mächtigste Waffe, um die Welt zu verändern“, erkannte Nelson Mandela. Möglichkeiten, neue Bildungschancen zu nutzen, bietet das CaritasCampus-Programm in Hülle und Fülle. Mehr als 400 Angebote stehen in Präsenz, als Web- oder Online-Seminar für Sie bereit, ergänzt durch gemischte Formate, Inhouse- oder Teamschulungen. Auch Angebote zu Bildungsurlauben des Kölner Diözesan-Caritasverbandes finden Sie im aktuellen Programm.

Weitere Informationen und Tickets

Aktuelle CampusNews lesen

  Klima sucht Schutz  

Hitzeschutz in Gesundheitseinrichtungen

Beschluss des Marburger Bundes

Der Marburger Bund fordert den Gesetzgeber nachdrücklich auf, , die Verabschiedung eines umfassenden und verbindlichen Gesetzes zum Hitzeschutz in Gesundheitseinrichtungen auf den Weg zu bringen, das über den bestehenden Musterhitzeschutzplan für Krankenhäuser vom April 2024 hinausgeht.

Die Auswirkungen des Klimawandels sind in Deutschland auch in Gesundheitseinrichtungen immer stärker spürbar. Immer häufiger treten extreme Hitzeperioden auf, die sowohl Patientinnen und Patienten als auch das Klinikpersonal vor enorme Herausforderungen stellen. Gerade ältere und vulnerable Menschen sind durch hohe Temperaturen besonders gefährde

Weitere Informationen

Klimaschutz im Gesundheitswesen

Statusbericht der BrückenKöpfe GmbH und der Stiftung Mercator

Die Analyse befasst sich in Form eines Statusberichtes mit den politischen und systemischen Entwicklungen zu Klimaschutz im Gesundheitswesen. Erstellt wurde diese im Auftrag der Stiftung Mercator retrospektiv für den Betrachtungszeitraum 2021 bis 2025, wobei die Amtsübernahme der neuen Bundesregierung den zeitlichen Endpunkt der Analyse darstellt. Grundlage für der Analyse bildeten eine systematische Dokumentenanalyse sowie 22 Experteninterviews, auf deren Basis strategische und politische Empfehlungen für eine klimafreundliche Transformation des Gesundheitswesens abgeleitet wurden. 

Zum Bericht

  Politik & Positionen  

Grundgesetzänderungen schnell auf den Weg zu bringen

Effizienz und Vereinfachung stärken das Vertrauen in den Sozialstaat

„Wir sind froh, dass die Sozialstaatskommission eine ambitionierte Einigung erreicht hat, die geprägt ist von konkreten Vorschlägen der Vereinfachung. Die Vereinfachungen sollen in beide Richtungen gehen: Die Verwaltung wird effizienter, und für die Menschen werden die Sozialleistungen einfacher zugänglich und besser verständlich. Das ist eine zentrale Voraussetzung, um das Vertrauen in den Sozialstaat zu stärken. Jetzt ist es wichtig, dass die Grundgesetzänderungen schnell auf den Weg gebracht werden, die die notwendigen Voraussetzungen für die geplanten Vereinfachungen schaffen,“ fordert Caritas-Präsidentin Welskop-Deffaa zu Reformvorschlägen der Sozialstaatskommission.

Kritisch sieht der Deutscher Caritasverband den Vorschlag, die Freizügigkeit von EU-Bürgern an vollzeitnahe Beschäftigung zu koppeln. „Dies spiegelt nicht die Realitäten des Arbeitsmarktes wider: Einrichtungen und Dienste im sozialen Sektor sind in hohem Maße auf Beschäftigte in Teilzeit angewiesen,“ so Welskop-Deffaa.

Bei der Umsetzung der Reformvorschläge müsse dafür Sorge getragen werden, dass das soziale Schutzniveau insgesamt gewahrt wird. „Wir sind besorgt, dass über die Kostenentwicklung bei Eingliederungshilfe, Kinder- und Jugendhilfe und Hilfe zur Pflege im Kommissionbericht so gesprochen wird, als seien hier große Einsparungen möglich. Das ist angesichts der demografischen Entwicklung und auch aufgrund der inflationsbedingten Lohnsteigerungen unrealistisch," kritisiert die Caritas-Präsidentin.

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  Vor Ort  

„Eule“ geht an die Caritas Düsseldorf

Vorständin Anna Gockel-Gerber übernimmt liga Vorsitz

Im Jahr 2026 liegt der Vorsitz der liga wohlfahrt düsseldorf beim Caritasverband Düsseldorf e.V. Mit der Übernahme dieser Aufgabe wechselt die Koordination des Verbundes turnusgemäß innerhalb der Düsseldorfer Wohlfahrtsverbände. Die Vorstandsvorsitzende der Caritas Düsseldorf, Anna Gockel-Gerber, folgt auf Marion Warden, Vorstandsvorsitzende der AWO Düsseldorf, die die Sprecherrolle im vergangenen Jahr wahrgenommen hatte. Heute fand die traditionelle Übergabe der „Eule“ statt, die für „weise Entscheidungen“ steht und den Sprecherwechsel symbolisiert. 

Mit Blick auf die neue Aufgabe betonte Anna Gockel-Gerber: „Die liga wohlfahrt düsseldorf steht für gelebte Solidarität und gesellschaftliche Verantwortung. Als Sprecherin möchte ich dazu beitragen, die gemeinsamen Positionen der Verbände sichtbar zu machen und den Dialog mit Politik und Verwaltung weiter zu stärken. Gerade in einer Zeit wachsender sozialer Spannungen braucht es stabile Rahmenbedingungen für die soziale Arbeit. Dafür setzen wir uns mit Nachdruck ein – insbesondere auch in den Bereichen Migration, Integration und demokratische Bildung.“

Die liga wohlfahrt düsseldorf ist ein Zusammenschluss von sechs zentralen Akteuren der freien Wohlfahrtspflege in der Landeshauptstadt: der Arbeiterwohlfahrt Düsseldorf, dem Caritasverband Düsseldorf, dem Paritätischen Düsseldorf, dem Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Düsseldorf, der Diakonie Düsseldorf sowie der Jüdischen Gemeinde Düsseldorf. Gemeinsam vertreten sie die Interessen der sozialen Arbeit in der Landeshauptstadt und wirken an der Weiterentwicklung sozialer Infrastruktur mit.

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  Medientipp  

Wahlrecht der Nutzer_innen von sozialen Dienstleistungen stärken

Caritas-Stellungnahme zu den EU-Vorschriften für die Vergabe öffentlicher Aufträge

Das sozialrechtliche Dreiecksverhältnis garantiert im Gegensatz zum Vergaberecht das Wunsch- und Wahlrecht der Nutzer. Deswegen sollten soziale Dienstleistungen generell aus dem Anwendungsbereich einer reformierten EU-Vergaberichtlinie ausgenommen werden.

Die AVR und der „Dritte Weg“ sind Ausdruck kirchlicher Selbstverwaltungsautonomie und müssen tarifvertraglichen Regelungen gleichgestellt werden, um Wettbewerbsnachteile zu verhindern. Tarif- oder AVR‑gebundene Unternehmen bieten im Durchschnitt bessere Arbeitsbedingungen und höhere Gehälter, können aber im Preiswettbewerb in Vergabeverfahren nicht bestehen. Die neue EU‑Richtlinie sollte deshalb Mechanismen vorsehen, die kirchliche tarifgebundene Unternehmen schützen.

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