Caritas setzt erfolgreiche Arbeitsmarktprojekte für Geflüchtete fort

10.04.19 11:00
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DiCV
jobpaten (c) Thomas Schönwälder

Renas Sido und Fatima Aloto: Auf der Flucht hatten sie sich 2015 kennen gelernt, dann aber aus den Augen verloren. Das Jobpaten-Projekt führte die Syrer wieder zusammen.

Köln/Siegburg. Das Jobpatenschafts-Projekt für Geflüchtete „Neue Nachbarn – auch am Arbeitsplatz“ wird fortgesetzt. Das kündigte Andrea Raab, Projektverantwortliche beim Diözesan-Caritasverband für das Erzbistum Köln, jetzt an. In den kommenden beiden Jahren soll die Zahl der Jobpatenschaften auf 550 ausgebaut werden. Ein neuer Schwerpunkt ist u.a. die Arbeitsmarktintegration von geflüchteten Frauen. Zusätzlich startet in Kürze das Projekt „Stark in Arbeit und Ausbildung“ (SinA). Es soll dazu beitragen, die Beratung und Bildung für Geflüchtete und andere Ratsuchende in Arbeitslosentreffs zu verbessern.

Im Katholisch-Sozialen Institut (KSI) in Siegburg feierten Projektmitarbeitende, Geflüchtete, ehrenamtliche Jobpatinnen und -paten sowie Unternehmerinnen und Unternehmer am Wochenende das Ende der ersten Projektphase: 341 Jobpatenschaften konnten im Rahmen von „Neue Nachbarn – auch am Arbeitsplatz“ vermittelt werden, deutlich mehr als geplant (300). Über 100 Geflüchtete fanden durch ein weiteres Projekt „Willkommen Kollege! Willkommen Kollegin!“ einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz bei einem kirchlichen Arbeitgeber im Erzbistum Köln.

„Wussten Sie, dass es schon im Alten Testament Jobpaten gab?“ Weihbischof Ansgar Puff spannte in seiner Begrüßung einen weiten Bogen und erzählte von Moses, der das Volk aus Ägypten führen sollte, aber Angst hatte, dem nicht gewachsen zu sein. Gott habe ihm geraten, seinen Bruder als Vermittler einzusetzen – die erste Jobpatenschaft war auf den Weg gebracht. Doch Weihbischof Puff führte auch sehr aktuelle Beispiele an, in denen die Jobintegration von Geflüchteten fast an deutscher Bürokratie gescheitert wäre. „In solchen Situationen braucht es Jobpaten“, mahnte Puff.

Davon kann auch Ines Kolender berichten, die mit Renas Sido ein Jobtandem bildet. Sie half ihm beim Deutsch lernen und konnte ihm durch private Kontakte einen Ausbildungsplatz in einer Spedition vermitteln. Die schönste Unterstützung aber hat sie ihm im privaten Bereich geleistet: So half sie dabei, seine Freundin Fatima Aloto ins Rheinland zu holen. Die beiden jungen Syrer lernten sich auf der Flucht kennen. Doch Fatima kam zunächst nach Stuttgart. „Die Behörden legen einem oft Steine in den Weg, vor allem, wenn es darum geht, von einem Bundesland ins andere zu wechseln“, so Ines Kolender. Doch die Jobpatin blieb hartnäckig – und ihre Bemühungen hatten Erfolg. Fatima Aloto wird bald eine Ausbildung zur Bürokauffrau bei der Caritas im Rhein-Kreis Neuss beginnen.

Im Frühsommer dieses Jahres startet – ebenfalls unter Federführung des Diözesan-Caritasverbandes – das Projekt „Stark in Arbeit und Ausbildung“ (SinA). Ziel ist es, dass Geflüchtete genauso wie andere Ratsuchende Unterstützung in Arbeitslosentreffs finden. Fünf Standorte im Erzbistum Köln sollen dazu modellhaft Konzepte entwickeln und werden jeweils mit einem jährlichen Zuschuss von 21.000 Euro unterstützt.

Das Projekt „Neue Nachbarn – auch am Arbeitsplatz“ wird gefördert durch die Aktion Mensch.  

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